Ausgabe 02 / 2019, Die Aktuelle, Orthopädietechnik, Ratgeber
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Volkskrankheit Osteoporose

Fast acht Millionen Menschen in Deutschland haben Osteoporose. Doch die Dunkelziffer dieser Volkskrankheit ist hoch. „Im Anfangsstadium bemerken Betroffene sie oft nicht“, weiß der Osteologe Dr. Manfred Förtsch. Im SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin informiert der Mediziner über die Erkrankung und erklärt, wann Orthesen aus dem Sanitätshaus bei der Therapie sinnvoll sind.

Text: Silke Bromm-Krieger

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, die Knochen brüchig und porös macht. Auslöser ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Doch auch der Hormonstoffwechsel sowie Ernährung und Bewegungsverhalten haben einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko und den Krankheitsverlauf. Betroffen sind hauptsächlich Frauen ab 50 Jahren. Männer ab 60 Jahren und jüngere Menschen können ebenfalls erkranken. „Bei einem Knochenbruch sollte man deshalb stets abklären, ob sich eine Osteoporose dahinter verbirgt“, rät Dr. Manfred Förtsch. Falls ja, müsse man schnellstmöglich eine Therapie beginnen. Nur so könne dem Fortschreiten der Erkrankung und weiteren Knochenbrüchen entgegengewirkt werden. „Osteoporose ist gut behandelbar. Es gibt Medikamente, die die Aktivität der knochenabbauenden Zellen eindämmen“, versichert der Mediziner.

Versorgung mit Orthesen

Um einem Knochenschwund vorzubeugen, sollte man rechtzeitig aktiv werden. Hierfür ist es wichtig, den Körper ausreichend mit Kalzium und Vitamin D zu versorgen. „Kalzium können wir über Joghurt, Käse oder Quark aufnehmen. Um es optimal zu verwerten, benötigen wir aber auch Vitamin D. Dieses ausschließ lich über die Nahrung aufzunehmen, ist schwierig“, gibt der Experte zu bedenken. Zudem verhindere jeder Schutz vor den nicht ungefährlichen UVB-Strahlen der Sonne die natür liche Vitamin-D-Bildung. Deshalb empfiehlt er zum Ausgleich eine Ein nahme von Vitamin–D-Präparaten mit 1000 bis 2000 Einheiten pro Tag. Zur weiteren Prävention sollte ein regelmäßiges Muskeltraining auf dem Plan stehen. Mit dem richtigen Bewegungsprogramm, kalziumreicher Kost und genügend Vitamin D können unsere Knochen stark und stabil bleiben – im Idealfall ein Leben lang.

Reine Haltungssache
MAßGEFERTIGTE ORTHESEN BEI OSTEOPOROSE

Interview: Carolin Oberheide

Bei Osteoporose wirkt eine Orthese entlastend, stabilisierend und aufrichtend. Als Baustein der konservativfunktionellen Therapie kommt sie vor allem bei ausgeprägten Formen zum Einsatz.Ÿ Das Sanitätshaus Kocher mit Filialen in Mannheim und Umgebung fertigt in der eigenen Werkstatt Orthesen nach Maß an. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin sprach mit Geschäftsführerin Corinna Kocher.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Wie wichtig ist eine individuelle Anpassung der Orthese?

© Sanitätshaus Kocher GmbH,

© Sanitätshaus Kocher GmbH,

Corinna Kocher: Nach der Diagnose und Besprechung der Therapie mit dem Arzt ist es besonders wichtig, dass die Patienten eine zeitnahe Unterstützung durch die passende Orthese erhalten. Dafür sorgen wir mit unserer Werkstatt mit ausgebildeten Orthopädiemechanikerinnen im Haus; denn nicht jedes vorkonfektionierte Produkt ist optimal für die jeweilige Körperform. Um die Wirbelsäule wieder ins Lot zu bringen, erstellen unsere Fachangestellten zunächst eine Haltungsanalyse mithilfe unseres Messystems, welches die Haltung analysiert, dokumentiert und dem Patienten genau erläutert wird.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Gibt es eine Art Qualitätskontrolle, um zu prüfen, wie die Orthese wirkt?

Corinna Kocher: Ja, sechs Wochen nach der Anpassung schauen wir im Rahmen einer solchen Qualitätskontrolle, ob der Patient sich wohlfühlt und ihn die Orthese entlastet. Auf einem Vorher-Nachher-Bild kann er die Verbesserungen auch selbst nachvollziehen. Wir empfehlen, alle halbe Jahr zu einem Kontrolltermin zu kommen, da sich die Knochen durch die Osteoporose verändern und wir gegebenenfalls Anpassungen vornehmen müssen, noch bevor der Arzt eine neue Orthese verordnet.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Beraten Sie die Patienten auch, wenn es um begleitende Maßnahmen geht?

Corinna Kocher: Ist keine Operation notwendig, können eine Bewegungstherapie und Haltungsschulung die Behandlung zusätzlich unterstützen. Wir zeigen dem Patienten Übungen für zu Hause und nehmen uns viel Zeit, mit ihm beispielsweise über eine Ernährungsumstellung zu sprechen.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Welche anderen Experten werden miteinbezogen?

Corinna Kocher: Wir stehen immer auch in Kontakt zu den Ärzten, um zu klären, wie das Behandlungskonzept aussieht und welche Maßnahmen im Therapieverlauf geplant sind. Um passende Übungen zu erklären, müssen auch Physiotherapeuten mit im Team sein. Mit ihnen und Ernährungsberatern sind wir zum Wohle des Patienten eng vernetzt.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Mehr Informationen über das Sanitätshaus mit dem lächelnden Gesicht erhalten Sie auf der Seite: www.sanitaetshaus-kocher.de

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