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gelesen: Klaus Kordon - Die roten Matrosen l Mit dem Rücken zur Wand l Der erste Frühling

Trilogie der Wendepunkte von Klaus Kordon

Die”Die roten Matrosen oder Ein vergessener Winter” (480 Seiten l 9,95 €), der erste Band der “Trilogie der Wendepunkte” spielt im November 1918: Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine in Kiel den Befehl zum Auslaufen und kommen nach Berlin. Helle und Fritz freunden sich mit den meuternden Matrosen an, erleben die Revolution mit, den Sieg, die Niederlage. Eine ganze Mietskaserne in Berlins ärmster Gegend wird lebendig.

Im zweiten Band “Mit dem Rücken zur Wand” (464 Seiten l 9,95 €) springen wir ins Berlin von 1932/33. Wohnungselend und Arbeitslosigkeit haben ihren Höhepunkt erreicht, die Weimarer Republik geht ihrem Ende entgegen. Der fünfzehnjährige Hans aus der Ackerstraße hat noch Glück gehabt, denn er hat zwar keine Lehrstelle, aber wenigstens Arbeit gefunden in der Fabrik. Doch die politischen Auseinandersetzungen spiegeln sich auch in seiner Familie wider. Und Hans muss sich immer wieder entscheiden: für oder gegen seinen Bruder Helle, den Kommunisten; für oder gegen seine Schwester Martha, deren Freund zur SA geht; für oder gegen seine Freundin Mieze, die Halbjüdin ist.

Weiter ins Frühjahr 1945 geht es im abschließenden Band “Der erste Frühling” (512 Seiten l 9,95 €): Tag und Nacht Bombenalarm. Die zwölfjährige Änne erlebt die letzten Monate des Krieges und wie die sowjetische Armee die Stadt besetzt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den sie noch nie gesehen hat und an den sie sich zuerst gewöhnen muss: Es ist ihr Vater, der das KZ überlebt hat.

Die faszinierende, lehrreiche “Trilogie der Wendepunkte” von Klaus Kordon ist nicht nur die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus Sicht einer Arbeiterfamilie, sondern auch ein Glücksfall für den Unterricht in der Schule. Die drei hervorragenden Bücher, die nichts von ihrer Faszination verloren haben, sind im Beltz verlag erschienen.