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Systemrelevant in der Coronakrise: Sanitätshaus Urban & Kemmler in Weiden

[09.04.2020] In Zeiten der besonderen Herausforderung durch die Corona-Epidemie hat die Bundesregierung mit den jeweiligen Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen eine gemeinsame Leitlinie bezüglich der bundesweiten Regelung sozialer Kontakte im öffentlichen Leben veröffentlicht. Darin geht es auch darum, welche Geschäfte für die Grundversorgung der Bevölkerung systemrelevant und deshalb weiterhin geöffnet sind. Hierzu zählen auch die Sanitätshäuser mit dem Lächeln. Sie stehen auch während der Coronakrise weiterhin für die Bevölkerung offen. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin sprach mit Bernd Urban Junior, Geschäftsführer der Sanitätshaus Urban & Kemmler | reha team Ostbayern GmbH in Weiden, über die besondere Lage.

Interview: Christian Sujata

SAM: Herr Urban, jeder Einzelne von uns bemerkt in seinem beruflichen wie privaten Leben derzeit große Einschränkungen sowie Änderungen aufgrund der Coronakrise. Wie war das bei Ihnen, ab wann war Ihnen klar, dass sich insbesondere geschäftlich nun mindestens einige Wochen was ändern wird?

Urban: Da wir hier in Bayern sehr nah an den anderen Ländern dran sind, haben wir schon recht früh die Berichte über die Lage in Italien und später Österreich aufmerksam verfolgt. Auch weil wir nur 20 Minuten von der Stadt Mitterteich entfernt sind, die als allererste Ausgangssperren ausgerufen hat. Uns waren die Ausmaße daher vergleichsweise früh klar.

SAM: Welche Maßnahmen haben Sie als erstes getroffen?

Urban: Schon eine Woche bevor unser Ministerpräsident allgemeine Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern erlassen hat, haben wir als allererstes bereits den Verkehr zwischen unseren Filialen eingestellt, um das Risiko für unsere Mitarbeiter und Kunden so gering wie möglich zu halten sowie damit im Falle einer möglichen Ansteckung nicht alle Standorte gleichzeitig betroffen wären. Weiterhin haben wir den Hygieneplan aktualisiert und alle Mitarbeiter informiert, was zu tun ist, wenn bei jemanden Symptome auftauchen sollten. Des Weiteren wurden alle mit Desinfektionsmitteln und Handschuhen ausgestattet. Probleme gab es nur bei den Schutzmasken, an die wir derzeit nicht mehr kommen, was ein großes Problem für die Versorgung im Homecare-Bereich oder unserer Krankenschwestern darstellt.

SAM: Desinfektionsmittel und Schutzmasken stellen ja scheinbar ohnehin ein großes Problem in der Coronakrise dar.

Urban: Wir haben für Desinfektionsmittel mehrere Anfragen von Betrieben erhalten, die diese nicht unbedingt benötigen. Die haben uns dafür teils abstruse Summen geboten. Doch wir haben unseriösen Anfragen im Keim erstickt. Anders bspw. bei den Arztpraxen bei uns im Umfeld, da haben wir aktiv nachgefragt, ob wir mit kostenlosem Desinfektionsmittel oder Handschuhen aushelfen können.

SAM: Wie schützen Sie Ihre Mitarbeiter?

Urban: Es sind derzeit schon mal viel weniger Mitarbeiter in den Filialen, da auch bei uns Kurzarbeit eingeführt wurde. Das hängt damit zusammen, dass viele Praxen und Kliniken, an denen wir arbeitstechnisch dranhängen, derzeit viele Bereiche nicht bearbeiten können, da sie sich hauptsächlich auf Coronapatienten konzentrieren und ihre Räumlichkeiten entsprechend umrüsten müssen.

SAM: Gibt es auch Mitarbeiter bei Ihnen, die jetzt im Homeoffice arbeiten?

Urban: In manchen Bereichen ist dies bei uns nur schwer realisierbar. Die Verwaltungsmitarbeiter allerdings arbeiten bei uns derzeit komplett im Homeoffice.

SAM: Die Sanitätshäuser gehören zu den systemrelevanten Branchen, die für die Grundversorgung relevant sind und deshalb weiter geöffnet haben. Wie finden Sie die Entscheidung?

Urban: Schon bevor diese wichtige Entscheidung getroffen wurde, haben wir einen Brief an die Politiker geschrieben, dass unsere Branche auf keinen Fall vergessen werden darf, weil wir mit dem Homecare-Bereich oder der Orthopädietechnik Notfallversorgungen und Patienten, die bspw. laufend auf Nahrung oder Wundversorgung angewiesen sind, haben. Es kommen derzeit auch hauptsächlich nur noch Kunden rein, bei denen es wirklich dringend ist.

SAM: Gibt es auch beschwerte Bedingungen bspw. für einen „internen“ Bereich wie der Orthopädie, wenn es um die Anfertigung von Prothesen und Orthesen geht?

Urban: Bei uns ist das der Bereich, der noch am wenigsten von der aktuellen Lage betroffen ist, weil die Mitarbeiter dort weitestgehend losgelöst vom Tagesgeschäft arbeiten. Auch die Versorgung durch die Lieferanten läuft noch und Sonderanfertigungen können bei uns wie gewohnt hergestellt werden.

SAM: Gibt es auch für die Sanitätshausbranche staatliche Hilfe oder Unterstützung, damit die Versorgung von Patienten verschiedener Indikationen auch in dieser Zeit reibungslos sichergestellt werden kann?

Urban: Aus meiner Sicht leider nicht. Wir sind immer noch dabei der Politik begreifbar zu machen, wie wichtig es für uns ist, unsere Mitarbeiter bspw. durch die uns fehlenden Schutzmasken zu sichern.

SAM: Wagen Sie einen Ausblick, wie es in den nächsten Wochen für Ihre Branche weitergehen wird?

Urban: Wie es für uns weitergeht hängt auch massiv damit zusammen, wann wieder Operationen stattfinden und orthopädische Versorgungen wieder normal möglich sind. Meine Hoffnung ist, dass es ab Juni wieder zu mehr Normalität kommen wird, befürchte aber, dass es noch wesentlich länger dauern wird.

SAM: Herzlichen Dank für das Interview, Herr Urban!

 

Mehr über das tatkräftige Sanitätshaus mit dem Lächeln erfahren Sie auf der Seite: www.urban-kemmler.de

Bildrechte: © Sanitätshaus Urban & Kemmler | reha team Ostbayern GmbH