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Systemrelevant in der Corona-Krise: Annkatrin Söhngen im Interview

[30.03.2020] In Zeiten der besonderen Herausforderung durch die Corona-Epidemie arbeitet die Bundesregierung mit den jeweiligen Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen und hat eine gemeinsame Leitlinie bezüglich der bundesweiten Regelung sozialer Kontakte im öffentlichen Leben veröffentlicht. Darin geht es auch darum, welche Geschäfte für die Grundversorgung der Bevölkerung systemrelevant und deshalb weiterhin geöffnet sind. Hierzu zählen auch die Sanitätshäuser mit dem Lächeln. Sie stehen auch während der Coronakrise weiterhin für die Bevölkerung offen. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin sprach mit Annkatrin Söhngen vom Sanitätshaus Wiesanha in Wiesbaden über die besondere Lage.

Interview: Christian Sujata

SAM: Die Coronakrise beeinflusst gerade das private wie berufliche Leben jedes einzelnen Bundesbürgers. Wie war das bei Ihnen, ab wann war Ihnen klar, dass sich insbesondere geschäftlich nun mindestens einige Wochen was ändern wird?

Annkatrin Söhngen: Uns wurde es klar, als die Atemschutzmasken bereits ausverkauft waren und wir von unserem doch großen Bestand an Desinfektionsmitteln fast nichts mehr an Lager hatten und diese auch nur noch schleppend zu bekommen waren. Außerdem wurde durch die Situation in Italien deutlich, wohin es auch bei uns innerhalb einer Woche führen wird.

SAM: Die Sanitätshäuser gehören zu den systemrelevanten Branchen. Richtige Entscheidung?

Annkatrin Söhngen: Wir finden diese Entscheidung gut. Es ist wichtig, dass wir unsere Kunden weiterhin mit Hilfsmitteln versorgen können. Darunter zählen vor allem die Versorgungen mit Inkontinenzmaterialien, Pflegebetten und Rollstühlen.

SAM: Welche Maßnahmen haben Sie als erstes getroffen und wie schützen Sie Ihre Mitarbeiter?

Annkatrin Söhngen: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen wir durch die Bereitstellung von Handschuhen, Masken, Schutzkitteln sowie Installation von Spuckschutzwänden. Desinfektionsmittel und sonstige Schutzausrüstung stehen ihnen ohnehin immer zur Verfügung. Ansonsten wurde die Zahl der im Ladenlokal anwesenden Kunden begrenzt und es wurden Schutzwände aus Acrylglas an der Theke aufgestellt.

SAM: Die Lage verändert sich gerade täglich, bedeutet das auch für Sie, dass Sie ständig an Ihren Entscheidungen nachjustieren müssen?

Annkatrin Söhngen: Ja, wir unterhalten und beraten uns täglich, teilweise stündlich innerhalb der Geschäftsführung und versuchen immer aktuell informiert zu sein sowie Maßnahmen umzusetzen. Die Öffnungszeiten haben wir bisher nicht geändert und Hilfsmittel werden bei uns weiterhin ausgeliefert, da die Paketdienste aktuell noch häufiger Pakete nicht zustellen und direkt zurücksenden.

SAM: In welchen Bereichen gab es ansonsten die weitreichendsten Einschränkungen bzw. Änderungen? Wie lässt sich bspw. derzeit die Pflege zu Hause bewerkstelligen? Wie sieht es mit der Anfahrt von Pflegeheimen aus?

Annkatrin Söhngen: Bei der Tourenplanung fragen wir nun gezielter nach, ob wir das Hilfsmittel bringen und ob wir Krankenhäuser bzw. Pflegeheime betreten dürfen. In den meisten Fällen wird uns der Zutritt noch gestattet, allerdings werden z. B. in Pflegeheimen die Hilfsmittel am Empfang zugestellt. Ansonsten versuchen wir uns durchzubeißen und unter Berücksichtigung der Schutzmaßnamen normal weiter zu arbeiten.

SAM: Gibt es auch beschwerte Bedingungen für einen internen Bereich, wie bspw. die Medizintechnik?

Annkatrin Söhngen: Nein, da können wir bisher gut weiterarbeiten.

SAM: Wie sieht es bei Ihnen mit der Kundenachfrage nach Desinfektionsmitteln aus?

Annkatrin Söhngen: Die ist sehr hoch und wir haben tausende Liter im Rückstand. Wir hoffen aber, dass sich hier die Lage in den nächsten Wochen etwas stabilisiert und wir wieder Ware geliefert bekommen, um unsere Kunden – vor allem Ärzte und Pflegedienste – zu beliefern.

SAM: Wagen Sie einen Ausblick, wie es in den nächsten Wochen für Ihre Branche weitergehen wird?

Annkatrin Söhngen: Nein, die Lage ist sehr ungewiss. Wir hoffen, dass es sich bald wieder normalisiert.

SAM: Das hoffen wir auch und bedanken uns herzlich für das Gespräch!

 

Mehr über das tatkräftige Sanitätshaus mit dem Lächeln erfahren Sie auf der Seite:  www.wiesanha.de