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Über Entspannung das natürliche Einschlafen fördern

Schlafstörungen im Alter

Wenn das Berufsleben endlich hinter ihnen liegt, beginnt für viele Senioren eine Phase, die mit dem Wort „Ruhestand“ nicht allzu viel zu tun hat. Viele wollen die Zeit nutzen, um zu reisen und etwas von der Welt zu sehen. Andere holen nach, was ihnen in der Jugend versagt blieb und schreiben sich als Gaststudenten an der Uni ein. Wie das Statistische Bundesamt zudem berichtet, verbringen heutige Rentner ihre Freizeit am liebsten mit Fernsehen, Lesen und dem Besuch von Kultur- oder Sportveranstaltungen.1 Doch auch vor moderner Kommunikationstechnik und IT schreckt die Generation 65+ nicht zurück. So nutzt fast jeder Zweite über 65 in seinem Haushalt einen Computer und fast die Hälfte surft im Internet. Smartphone und Tablet gehören, ebenso wie für junge Leute, für viele ganz selbstverständlich zum Alltag.

Schlafstörungen bei Senioren keine Seltenheit

Was begeisterungsfähige „Best Ager“ bei all ihren Aktivitäten so gar nicht gebrauchen können, sind gesundheitliche Einschränkungen. Selbst wenn größere altersbedingte Gebrechen glücklicherweise in diesem Alter meist noch auf sich warten lassen1, leiden bis zu 40 Prozent der über 65-jährigen unter Schlafstörungen.2 Was harmlos klingt, kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Denn während sich eine schlaflose Nacht auch im höheren Lebensalter noch gut kompensieren lässt, kann die anhaltende Störung der Nachtruhe zu einer Spirale aus Übermüdung und Überforderung führen und so nicht nur seelische, sondern auch körperliche Probleme provozieren.

Schlafmittel haben oft unerwünschte Folgen

Experten raten dennoch davon ab, Schlafstörungen mit klassischen Schlafmitteln zu begegnen. Denn viele Substanzen machen müde, benommen und sind deshalb vor allem für Senioren tückisch. So kann im Zusammenspiel mit altersbedingten muskulären Schwächen und einer begleitenden Gangunsicherheit beim nächtlichen Aufstehen die Sturzgefahr steigen3. Zudem erhöht sich möglicherweise auch das Unfallrisiko am nächsten Morgen, weil manche Substanzen durch den im Alter verlangsamten Nieren- und Leberstoffwechsel stärker wirken4 bzw. die Wirkung im Körper sehr lange anhält. Daher besteht unter anderem auch die Wirkung von Schlafmitteln oft über das Aufwachen hinaus („Hangover“). Dieses Wagnis sollte man lieber nicht eingehen.

Auch im Alter besser schlafen – das hilft

Schon am Tag entscheidet sich Experten zufolge, wie man nachts schläft. Entspannung und Maßnahmen der sogenannten Schlafhygiene sind wesentliche Kriterien für guten und erholsamen Schlaf.

► Feste Schlafenszeiten! Ein fester Rhythmus lässt leichter einschlafen.

► Kein Mittagsschlaf! So ist man am Abend müde genug um zu schlafen.

► Viel Bewegung! Seniorengerechte Gymnastik, Schwimmen oder Tanz fordern den Körper und sorgen für eine wohlige Bettschwere.

► Geselligkeit! Begegnungen mit Gleichgesinnten bringen Freude und Entspannung.

► Feste Rituale! Ganz gleich, ob Abendspaziergang oder im Bett lesen –

regelmäßige Rituale helfen beim Einschlafen.

► Bewusste Entspannung! Zum Beispiel mit Techniken wie Yoga und Tai Chi.

► Die Welt draußen lassen! Kurz vor dem Schlafengehen Tablet, Radio und Fernsehen abschalten und keine aufwühlenden Nachrichten mehr lesen, hören oder sehen.

Quellen:
1 Datenreport „Generation 65+“, Statistisches Bundesamt
2 J. Schröder: Pharmakotherapie von Schlafstörungen bei älteren Menschen. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2013; 138 (49); S. 2550-2553
3 Jahn K, Kressig RW, Bridenbaugh SA, Brandt T, Schniepp R: Dizziness and unstable gait in old age – etiology, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 387-93. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0387
4 Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): „Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet?“, Stand März 2016

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