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gelesen: Rubens (Hg. Jochen Sander, Stefan Weppelmann, Gerlinde Gruber)

Rubens: Kraft der Verwandlung

Die schöpferische Auseinandersetzung mit den bedeutenden Werken seiner Vorgänger und Zeitgenossen beschäftige Peter Paul Rubens (1577–1640) zeitlebens und prägte sein fünfzigjähriges Schaffen. In der Gegenüberstellung seiner Werke mit Skulpturen aus Antike und Renaissance, Gemälden von Tizian, Tintoretto oder Caravaggio sowie Druckgrafiken von Raimondi oder Goltzius öffnet sich ein faszinierender Blick auf Rubens` überraschende Motivverwandlungen, seine Neuinszenierung bekannter Bildthemen oder die gekonnte Suche nach dem richtigen Format. Erst so wird das Ausnahmetalent dieses großen Meisters begreifbar, dessen Werke damals wie heute den Betrachter unmittelbar in den Bann ziehen.

Die prachtvolle, bombastische Hommage an den größten aller Maler beinhaltet fantastische Beiträge von G. Bisacca, N. Büttner, M. Daiman, A. Georgievska-Shine, G. Gruber, F. Healy, N. van Hout, D. Jaffé, E. Oberthaler, G. Prast, J. Sander, I. Slama, A. Vergara, S. Weppelmann und J. Wood. Das Buch zeigt auf, dass Rubens wie kaum ein Zweiter Inspiration in den Werken anderer Künstler suchte und seine Kunst dabei in radikaler Weise immer wieder neu erfand. Das traumhaft gestaltete Buch (312 Seiten, 304 Abbildungen in Farbe, 24 x 28 cm, gebunden  l 49,00 €), das über den Großmeister jetzt im Hirmer Verlag erschienen ist, ist selbst ein kleines Meisterwerk, das einen sofort in den Bann des virtuosen, niederländischen Malermeisters zieht und bei manch einem Leser den dringenden Wunsch erzeugen dürfte, die nächste Rubens-Ausstellung mit eigenen Augen zu bewundern. Möglichkeiten bietet dazu die soeben gestartete große Schau des bedeutendsten flämischen Barockmalers mit 70 internationalen Leihgaben in Wien (Kunsthistorisches Museum), die noch bis zum 21. Januar 2018 läuft. Anschließend geht es im Städel Museum in Frankfurt weiter (8.2.–21.5.2018).