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Revolutionär: Geschichten vom Kübelkind

„Das Kübelkind“ ist eine Kunstfigur: In jeder Geschichte zwingt die Gesellschaft sie, etwas zu lernen. Aber sie, erwachsen vom Augenblick ihrer Geburt an, lernt ungefragt immer noch etwas mehr, als von ihr verlangt wurde. Das von der Gesellschaft nicht gewollte „etwas mehr“ Gelernte aber bringt sie regelmäßig in Lebensgefahr. In jeder Geschichte stirbt Kübelkind. Sie stirbt sich durch alle Kino-Genres. Ihre Geschichten haben alle möglichen Zeiten, und spielen in allen möglichen Zeiten.

Ula Stöckl (“Neun Leben hat die Katze”, “Das goldene Ding”) und Edgar Reitz (“Heimat”, “Mahlzeiten”) drehten ihre „Geschichten vom Kübelkind“ 1969 ausschließlich mit Freund*innen. Mit ihrer Serie von 22 16-mm-Kurzfilmen unterschiedlicher Länge positionierten sie sich radikal außerhalb des Systems Kino – es entstanden abstrus-witzige, subversivanarchische Kurzfilme unterschiedlichster Länge, die sich bewusst und mit verblüffendem Erfolg jeder Konvention widersetzten. In ihrem dadaistischen Ideenreichtum sind sie bis heute unerreicht.

Nach der Weltpremiere der restaurierten Fassung auf der Berlinale 2018 erscheinen die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND nun aufwendig in 4K restauriert und erstmals auf DVD und Blu-ray in einer Special Edition, gemeinsam mit der 90-minütigen Dokumentation von Robert Fischer sowie einem umfangreichen Booklet.

Großartig, zeitlos, wiederentdeckungswert!