Ausgabe 04 / 2017, Die Aktuelle, Ratgeber, Rehabilitationstechnik, Versorgung / Pflege
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Das A und O für einen lebenswerten Alltag

Moderne Pflegebetten

Was der Schlaf für den Körper, ist die Freude für das Gemüt: Zufuhr neuer Lebenskraft“, schrieb einst der Rechtswissenschaftler Rudolf von Jhering in einem seiner Bücher. Gerade für Menschen, die bettlägerig sind, ist es wichtig, täglich neue Lebenskraft und Freude zu tanken.

Text: Michi Jo Standl

Dabei ist nicht nur die Zuwendung entscheidend. Ganz praktisch kann man dem Betroffenen vermitteln, dass er dazugehört, wie die Pflegesachverständige Sabine Hindrichs erklärt: „Es ist wichtig, dass man bettlägerige Menschen am normalen Tagesablauf teilhaben lässt.“ Deshalb sollte man sie morgens und abends mit der entsprechenden Kleidung versorgen, auch wenn sie den ganzen Tag im Bett verbleiben müssen. Auch wenn man den Betroffenen tagsüber nicht zudeckt oder ihm zwischendurch Schuhe anzieht, trägt dies laut Hindrichs zum wichtigen Tag-Nacht-Rhythmus bei. „Die Eigenbewegung sollte ebenfalls gefördert werden, sowohl im Bett als auch, wenn möglich, außerhalb.“ Bewegung beugt nicht nur Dekubitus, also dem Wundliegen vor, sie unterstützt auch die geistige Aktivität.

Druckschmerzen vermeiden

Gernot Gebauer, Geschäftsführer des reha teams Bayreuth (© reha team Bayreuth Gesundheits-Technik GmbH)

„Von Dekubitus sind am häufigsten die Fersen betroffen“, weiß Hindrichs. Deshalb sollen die Füße entlastet werden, zum Beispiel durch Freilagerung. „Es besteht aber die Gefahr“, so die geprüfte Pflegesachverständige, „dass der Pflegebedürftige dadurch einen Spitzfuß entwickelt, also eine Krümmung des Fußes.“ Deshalb sei ein Gegengewicht wichtig. Weitere Stellen, an denen ein Dekubitus entstehen kann, sind jene mit ausgeprägten Knochenvorsprüngen, wie das Kreuzbein und Bereiche hinter den Ohren. Grundsätzlich ist die Erhaltung und Förderung der Eigenbewegung die wichtigste Prophylaxe dagegen. Ist der Patient dazu nicht mehr selbst in der Lage, müsse er durch Positionswechsel unterstützt werden, meint Hindrichs. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Pflegebedürftige in der Nacht seinen normalen Schlafrhythmus beibehalten kann.

Waschen ist mehr als Körperpflege

Bei Menschen mit Handicap, die mobil sind, bietet sich ein barrierefreies Badezimmer mit niedrigem Waschtisch und ebener Duschkabine an. Bettlägerige Patienten hingegen sind bei der Körperpflege auf Hilfe angewiesen. „Wichtig ist, dass die pflegenden Angehörigen die Gewohnheiten des Pflegebedürftigen fortführen“, sagt Hindrichs. Wenn er nie großen Wert auf Körperpflege gelegt hat, sollte man ihn auch in dieser Situation nicht täglich waschen. „Mit der sogenannten basalen Stimulation kann man positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Körperwahrnehmung erreichen“, erklärt Hindrichs. Wenn man den Waschlappen in die Haarrichtung bewegt – am besten abends – wirkt das beruhigend auf den Menschen. Streichen entgegen der Haarrichtung aktiviert und ist für den Morgen geeignet.

Komfort für Patienten und Pfleger

© reha team Bayreuth Gesundheits-Technik GmbH

© reha team Bayreuth Gesundheits-Technik GmbH

Dekubitusprophylaxe ist ein wichtiger Aspekt von Pflegebetten, weiß Gernot Gebauer. Der gelernte Orthopädietechniker führt zusammen mit Sven Meergrün das reha team Bayreuth mit zwölf Filialen und insgesamt 180 Mitarbeitern. „Man sollte Pflegebetten nie alleine sehen“, sagt er. Zubehör, wie Kissen und Keile sowie Beistelltische und Patientenlifte, runden das Portfolio ab. Spezielle Anti-Dekubitus-Matratzen verfügen über entlastende Rillen und Einschnitte. Wechseldruckmatratzen werden an verschiedenen Stellen auf- und abgepumpt, um betroffene Körperstellen zu entlasten. „Welche Ausführung von der Krankenkasse übernommen wird, ist von der gesundheitlichen Situation des Patienten abhängig“, erklärt Gebauer. Der Leistungsanspruch wird von einer Pflegefachkraft anhand der sogenannten Braden-Skala für Dekubitusgefährdung (siehe www.sanitaetshaus-aktuell.info/braden-skala) ermittelt.

Auch bei der Auswahl des Pflegebettes kann auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten des Betroffenen eingegangen werden. Anstatt eines eigenständigen Pflegebettes kann in das vorhandene Ehebett ein voll ausgestatteter Einlegerahmen eingepasst werden. „Die Möglichkeiten, die Pflegebetten bieten, kommen nicht nur dem Patienten zugute“, sagt Gebauer. Wichtig sei auch, dass der Pfleger den Betroffenen auf Arbeitshöhe bringen kann, um so rückenschonend arbeiten zu können.

Das Umfeld muss stimmen

„Oft ist es notwendig, die Wohnung anzupassen“, erklärt Gebauer. Dazu gehört die Verbreiterung der Türen genauso, wie die Glättung von Bodenkanten, barrierefreie Bäder, Treppenlifte oder Rampen. Solche Maßnahmen fallen ebenfalls in den Leistungsanspruch bei der Pflegekasse. Bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme sind dafür vorgesehen. Um seinen Kunden alles aus einer Hand liefern zu können, hat Gebauer gemeinsam mit einem Bauunternehmen, einem Schreiner, einem Elektriker und einem Maler ein lückenloses Netzwerk gegründet.

Das reha team Bayreuth steht mit seinen Filialen und Standorten in ganz Nordbayern für kompetente, freundliche Beratung und Betreuung rund um Orthopädietechnik, Pflege- und Alltagshilfen, Mobilität, Kompressionstherapie und Prothesenversorgung. Das reha team Bayreuth unterstützt unter anderem Forschungsprojekte des Fraunhofer
Instituts und ist im Netzwerk Gesundheitsregion Bayreuth aktiv. Mehr über das Unternehmen erfahren Sie auf der Seite www.rehateam-bayreuth.de

© reha team Bayreuth Gesundheits-Technik GmbH

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