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Jessica Bruder – Nomaden der Arbeit

Zehntausende Menschen in Amerika sind unterwegs. Sie leben in Wohnmobilen, Vans, Anhängern. Übernachten auf Supermarkt-Parkplätzen, neben den Highways, in der Wüste. Sie schaufeln Zuckerrüben in North Dakota, reinigen Toiletten in den Nationalparks von Kalifornien, arbeiten Zwölf-Stunden-Schichten im Amazon-Versandzentrum im winterlichen Texas. Und sie haben eines gemeinsam: Sie sind alt. Der American Dream hat für sie Bingo-Spielen und Gartenpflege vorgesehen. Doch im 21. Jahrhundert, erschüttert von der Finanzkrise der Zehnerjahre, ist der Boden für den sprichwörtlich wohlverdienten Ruhestand weggebrochen. Deshalb ziehen sie als Nomaden der Arbeit von einem saisonalen Tageslohnjob zum nächsten.

Jessica Bruder hat sich ihnen ein Jahr lang angeschlossen und ist diesem Treck durch ganz Amerika gefolgt. Nicht nur die stetig wachsende Zahl der Nomaden, auch Bruders Buch hat dazu beigetragen, dieses im Verborgenen, am Rande der Gesellschaft rollende Phänomen in den Fokus zu rücken. Eine nachhallende Reportage über Ausbeutung, Ungerechtigkeit und prekäre Lebensumstände, aber auch über altersweise Beharrlichkeit, Sinn für Gemeinschaft und Abenteuer, wie sie nur ein amerikanischer Highway versprechen kann.

Jessica Bruder war als Professorin an der Columbia Graduate Journalism School tätig. Ihr Leitartikel „The End of Retirement“ im Harper’s Magazine, Basis dieses Buches, wurde mit dem Aronson Award for Social Justice Journalism ausgezeichnet, sie veröffentlicht darüber hinaus u. a. in The New York Times Magazine, The Washington Post und The International Herald Tribune. Bruder lebt in Brooklyn, New York City.

Ihr schönes und beeindruckendes Buch Nomaden der Arbeit. Überleben in den USA im 21. Jahrhundert ist jetzt im Blessing Verlag (Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung | 22,00 €) erschienen.

Wir verlosen ein Exemplar. Senden Sie uns bis zum 30.09.2019 eine E-Mail mit dem Betreff „Nomaden“ an verlosung@sanitaetshaus-aktuell.info.