Die Aktuelle, Ausgabe 02 / 2020, Orthopädietechnik, Ratgeber
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Individuelle Schuheinlagen: Endlich schmerzfrei laufen

Schuheinlagen

Einlagen unterstützen beim gesunden und schmerzfreien Gehen. Je individueller sie angepasst werden, desto wohltuender und entlastender wirken sie. Es gibt aber auch korrigierende Einlagen. Die beste Basis ist eine eingehende Beratung, wie zum Beispiel beim Sanitätshaus Lappe im niedersächsischen Uelzen. Geschäftsführer Christoph Lappe ist selbst Ingenieur der Fachrichtung Prothetik und Orthetik sowie Orthopädietechniker-Meister. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin traf ihn zum Interview.

Interview: Carolin Oberheide

SAM: Fuß-, Rücken- oder Knieschmerzen, häufiges Umknicken, Fersensporn oder Verformungen – Füße können die unterschiedlichsten Probleme verursachen. Wie können Einlagen helfen?

Christoph Lappe: Orthopädische Einlagen wirken hauptsächlich stützend oder bettend. Um festzustellen, welche Einlage ein Kunde benötigt, ist eine individuelle Beratung und Befundaufnahme nötig. Oft gibt bereits eine ärztliche Verordnung einen Hinweis auf die Diagnose und Ausführung der Einlage. In jedem Fall muss ein sorgfältiger Abdruck gemacht werden, dies kann eine Trittspur oder ein Computerscan sein oder ein dreidimensionaler Abdruck in einem Trittschaum.

SAM: Ist das Wissen über die positiven Effekte von Einlagen ausreichend bekannt?

Christoph Lappe: Oft haben Hausärzte die Füße als Problemzone nicht im Fokus. Außerdem haben viele Menschen Vorurteile, etwa dass Einlagen nicht in alle Schuhe passen oder auftragen. Zur Aufklärung veranstalten wir regelmäßig „Fuß- und Beintage“, im Rahmen derer wir beraten und kostenlose Fuß- sowie Venenmessungen und eine Fußberatung durch unseren Orthopädietechniker anbieten. Häufig sind die Menschen überrascht über ihre Fehlstellungen und die einfachen Möglichkeiten, sie zu beheben.

SAM: Welche unterschiedlichen Einlagen gibt es und welche ist für wen geeignet?

Christoph Lappe: Bei einem Knick-Senk-Spreizfuß sinkt die Gewölbestruktur des Fußes in sich zusammen. Durch stützende Einlagen kann man eine Fehlstellung aufrichten und viele Schmerzen beheben. Wir schauen uns den ganzen Körper an, denn eine Fußfehlstellung wirkt sich oft auf eine Kette von Gelenken aus – über das Knie bis zur Hüfte und höher. Stützende Einlagen können auch sehr dünn gefertigt werden und passen manchmal sogar in Herren-Businessschuhe. Zum Beratungstermin bitten wir unsere Kunden, ihre drei am häufigsten getragenen Schuhe mitzubringen. Sollte eine Einlage nicht für den Lieblingsschuh geeignet sein, gibt es in unserem Schuhgeschäft die passende Lösung mit herausnehmbarem Fußbett, sodass die Einlage perfekt hineinpasst und von außen unsichtbar ist.

SAM: Neben stützenden gibt es auch bettende Einlagen. Was hat es damit auf sich?

Christoph Lappe: Wer Druckstellen an den Füßen hat und unter einer zu hohen Belastung im Vorfußbereich leidet, etwa durch häufiges Tragen von High Heels, oder einem Fersensporn, hat Überlastungsstellen, die mit Softspots oder Einmuldungen entlastet werden können. Bettende Einlagen können auch stützende Elemente haben. Die Übergänge sind fließend. Darum ist eine gute Beratung so wichtig. Wir können keine Diagnose erstellen, aber die richtigen Fragen stellen, die der Patient mit seinem Arzt besprechen kann. Zwei Paar jährlich werden übrigens von der Kasse mit einem Festbetrag bezuschusst. Viele Kunden leisten sich privat noch ein drittes Paar, damit sie beispielsweise eine Weichbettungseinlage für Sneakers, ein Wechselpaar für Sport- oder Wanderschuhe und eines für Lederschuhe haben.

SAM: Wie können Einlagen Menschen mit Diabetes und deformierten Füßen helfen?

Christoph Lappe: Bei Durchblutungs- und Sensibilitätsstörungen besteht die Gefahr, dass sich Diabetiker wundlaufen, ohne es rechtzeitig zu merken – einhergehend mit einer oftmals schlechten Wundheilung. In einem solchen Fall passen unsere Orthopädieschuhmacher Diabetikerschutzschuhe mit sonderangefertigten Einlagen an: Sogenannte diabetesadaptierte Fußbettungen sind für das Krankheitsbild der Polyneuropathie eigens entwickelte Spezialeinlagen. Bei deformierten Füßen kommen spezielle orthopädische Schuhe ins Spiel. Hier steht die Bettung im Mittelpunkt. Der Schuh wird gewissermaßen darum herumgebaut. Und auch für gesunde Menschen können wir etwas tun: Wir reparieren (fast) alles aus Leder in meisterlicher Qualität.

SAM: Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!
Mehr über das Sanitätshaus mit dem Lächeln erfahren Sie auf der Seite: www.lappe.de

Bildnachweise Headerfoto: © Sanitätshaus Lappe GmbH & Co. KG