Ausgabe 04 / 2015, Die Aktuelle, Ratgeber, Sanitätshausbedarf
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Interview mit Chris Schürmaier

„Es darf auch gerne ein bisschen mehr sein“

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin-Chefredakteur Christian Sujata sprach mit der Inhaberin des ältesten und traditionsreichsten Sanitätshauses in Leipzig, über die heutigen „Best Ager“.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Seit wann führen Sie das Sanitätshaus Schürmaier?

Schürmaier: Seit dem 1. Januar 2005 bin ich Geschäftsführerin und Inhaberin in dritter Generation. 1952 von meinem Großvater gegründet, sind wir heute das älteste Unternehmen dieser Branche in ganz Leipzig.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Wie haben sich aus Ihren Beobachtungen alte Menschen im Laufe der Zeit verändert?

Schürmaier: Ich bevorzuge die Begriffe „reifere“ Menschen oder „Senioren“. Wir können den Trend einer alternden Bevölkerung nicht aufhalten. Einhergehend damit werden die „Best Agers“ viel selbstbewusster, aufgeklärter und aufgeschlossener Neuem gegenüber. Zunehmend nutzen sie Smartphones und das Internet. Auch optisch erscheint ein heutzutage 70-jähriger meist viel jünger als noch vor zehn Jahren.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Haben sich auch die Kundenbedürfnisse gewandelt?

Schürmaier: Das haben sie. Egal, ob Komfort, Farbe, Design oder Service – für die Kunden darf es oft gerne ein bisschen mehr sein. Für höherwertige Versorgungen geben sie eher Geld aus, als noch vor fünf Jahren. Die anspruchsvoller auftretende Zielgruppe ist eine große Herausforderung für uns in Bezug auf Ladendesign, Service, Sortiment sowie Fachkompetenz und Freundlichkeit der Berater im Sanitätshaus.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Ist auch das Interesse jüngerer Kunden daran gestiegen präventiv ein Sanitätshaus aufzusuchen und sich über die Angebote zu informieren?

Schürmaier: Auf jeden Fall. Jüngere Leute sind auf der Suche nach Informationen und Beratung. Gerade die Bereiche Fitness und Gesundheitsprodukte haben heute deshalb einen höheren Stellenwert im Sortiment eines Sanitätshauses.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Welche Hilfsmittel helfen Ihrer Meinung nach am besten dabei „jung“ und mobil zu bleiben?

Schürmaier: Spontan fallen mir da die Kompressionsstrümpfe ein. Wer rechtzeitig seine Venenschwäche erkennt und etwas tut, kann sich im Alter vor schlimmen Folgeerkrankungen schützen, wie zum Beispiel einem „offenen Bein“. Auch Einlagen oder spezielle Orthesen helfen,
die Mobilität zu unterstützen und eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten. Viele entlastende, korrigierende oder stützende Hilfsmittel können das Fortschreiten degenerativer Erkrankungen aufhalten.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Trotz immer besserer und intelligenterer Hilfsmittel sowie Techniken – glauben Sie, dass man vor dem Älter werden Angst haben muss?

Schürmaier: Die Frage ist nicht ganz fair. Wer hat schon keine Angst davor? Ich kann nur Mut machen, alles in die Richtung zu unternehmen, den Alterungsprozess aufzuhalten. Da gehört die Vorsorge genauso dazu, wie gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sowie viel frische Luft. Hier gibt es jede Menge Produkte zur Motivation und Anwendung. Mein persönlicher Tipp: Schon in jungen Jahren alles Mögliche dafür tun, um fit zu bleiben.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Vielen Dank für das Gespräch!