Ratgeber, Ausgabe 01 / 2020, Die Aktuelle, Orthopädietechnik
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Hilfe bei schwachen Knochen und kranken Gelenken

Viele Millionen Menschen leiden in Deutschland an Erkrankungen wie Osteoporose oder Arthrose. Dass die Betroffenen trotz kranker Knochen oder Gelenke ein gutes Leben führen können, dafür sorgt ein Expertennetzwerk aus Ärzten, Sanitätshäusern und Physiotherapeuten mithilfe stets weiterentwickelter Hilfsmittel sowie moderner Therapiemaßnahmen und Bewegungsübungen. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin hat mit einem erfahrenen Orthopädietechniker aus dem Sanitätshaus sowie einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie über das Thema gesprochen.

Text und Interviews: Christian Sujata

Fast acht Millionen Menschen in Deutschland haben Osteoporose. Doch die Dunkelziffer dieser Volkskrankheit ist hoch. Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, die Knochen brüchig und porös macht. Auslöser ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Doch auch der Hormonstoffwechsel sowie Ernährung und Bewegungsverhalten haben einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko und den Krankheitsverlauf.

Mehr über die Knochenerkrankung Osteoporose erfahren Sie auf der Magazinwebsite unter: www.sanitaetshaus-aktuell.info/volkskrankheit-osteoporose

© iStock.com/uri_Arcurs

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Die schmerzhafte Krankheit betrifft überwiegend ältere Menschen. Generell erkranken Frauen fünfmal häufiger als Männer. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Erkrankten in den nächsten 40 Jahren verdoppeln wird. In den meisten Fällen wird Osteoporose erst dann diagnostiziert, wenn bereits ein Knochen gebrochen ist. Die Krankheit sollte so früh wie möglich erkannt und mit gezielten Maßnahmen behandelt werden, um den fortschreitenden Knochenschwund zu stoppen. Dazu gehört – genau wie bei Arthrose – allen voran die Bewegung. Sie bekämpft den Schmerz und löst Reize aus, die den Knochenstoffwechsel anregen.

An der Gelenkerkrankung Arthrose leiden etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland. Damit ist Arthrose die häufigste aller Gelenkerkrankungen. Neben Hüftgelenksarthrose ist der Abbau der Kniegelenke die häufigste Form der Krankheit. Ursache ist oft die extreme Belastung eines bestimmten Gelenkes. Als Auslöser für Kniegelenkarthrose kann zum Beispiel Übergewicht ein Auslöser sein. Bei Musikern, wie Pianisten oder Gitarristen, sind oft die Handgelenke betroffen.

Mehr über die Gelenkerkrankung Arthrose erfahren Sie auf unserer Magazinwebsite unter: www.sanitaetshaus-aktuell.info/arthrose

Irgendwann sind die Abnutzungen bei einer Arthrose so stark, dass jeder Schritt zur Qual und das Aufstehen zur Tortur wird sowie die Finger nichts mehr halten können. Die Ursachen sind vielfältig. Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle: Im Laufe der Jahre baut sich der Knorpel durch den großen Druck, den er tagtäglich aushalten muss, immer mehr ab. Aber Arthrose ist längst keine typische „Alte-Leute-Krankheit” mehr! Auch Unfälle, mangelnde Bewegung, Fehlbelastungen oder Stoffwechselstörungen können das Leiden schon in jungen Jahren auslösen.

© iStock.com/busracavus

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Auch unsere Gelenke kommen in die Jahre: Sind die 50 überschritten, so schmerzt so manche Hüfte oder manches Knie immer häufiger nach längeren Gehstrecken. „Je größer der Knorpeldefekt, desto mehr schmerzt das Gelenk“, erläutert Professor Dr. Sven Ostermeier, leitender Orthopäde der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Wichtig ist in diesem Fall schnelle ärztliche Hilfe. Denn „gehen wir nicht aktiv dagegen vor, so ist der Verschleiß irgendwann so weit fortgeschritten, dass das Gelenk auch ohne Bewegung wehtut“, warnt der Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. Bis dahin können allerdings Monate oder Jahre vergehen. „Schließlich bedeutet Arthrose Verschleiß, Abnutzung“, erklärt Professor Ostermeier, „und dementsprechend sind auch eher ältere Menschen ab 50 aufwärts betroffen.“

Lässt sich Arthrose aufhalten?

„Das hängt davon ab, wie stark der Verschleiß ist“, schränkt Professor Ostermeier ein. Ganz oben auf der To-do-Liste steht der Kampf gegen überschüssige Pfunde: Denn „Hauptursache für Gelenkverschleiß ist und bleibt Übergewicht“, betont der Experte. Häufig ist Arthrose aber auch Folge von Fehlstellungen, zum Beispiel eines übermäßigen O- oder X-Beins. In diesem Fall hilft der Orthopädietechniker aus dem Sanitätshaus weiter: „Durch entsprechende Ausrichtung des Schuhs wird das Gelenk wieder in eine gerade Beinachse gebracht und das Kniegelenk nicht mehr so einseitig belastet“, berichtet Professor Ostermeier.

© Professor Dr. Sven Ostermeier

© Professor Dr. Sven Ostermeier

Ausreichende Bewegung ist auch „in den besten Jahren“ das Erfolgsrezept für gesunde Gelenke: „Heute weiß man, dass mäßiges Fitnesstraining zu einer Verbesserung der Knorpelsituation führen kann“, appelliert Ostermeier für mehr Mobilität. „Schließlich bildet sich Gelenkschmiere nur dann, wenn wir uns ausreichend bewegen“, so der Orthopäde. „Andernfalls erhält der Knorpel nicht genügend Nährstoffe und verkümmert.“

Um dies zu verhindern, bietet Joggen die besten Voraussetzungen: Mit jedem Schritt fördert das Laufen Kondition und Lebensqualität, ohne viel Aufwand oder große Vorbereitung. Doch „wer im mittleren Lebensalter oder noch später ein Lauftraining beginnt, sollte es langsam angehen“, empfiehlt Ostermeier. Nicht nur der Kreislauf muss sich erst an das Training gewöhnen: „Auch Gelenke, Bänder und Sehnen benötigen einige Zeit, um sich den neuen Belastungen anzupassen.“

Auch das Fitnessstudio bietet gute Startbedingungen für ein altersgemäßes Training von Muskeln und Gelenken – vorausgesetzt, diese werden niemals überdehnt beziehungsweise überstreckt. „Wichtig ist, dass nur 30 Prozent der Maximalkraft angewandt werden“, rät der Sportmediziner und hat auch ein konkretes Beispiel zur Hand: „Schaffen Sie im Fitnessstudio in Ihrer Maximalkraft 100 Kilo, dann sollten Sie sich, um den Knorpel nicht zu überlasten, bei der dauerhaften Übung auf nur 30 Prozent beschränken, also in diesem Fall auf 30 Kilo.“

Zwischen 50 und 60 spüren viele erstmals, dass ihre Gelenke langsam verschleißen. Zwischen 60 und 70 kommen zu den anfänglichen Belastungsvielfach noch Bewegungsschmerzen hinzu. Professor Dr. Sven Ostermeier (Bild oben) ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie. Dem SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin erläutert der Experte, wie wir einer Arthrose altersgemäß entgegenwirken können, was unsere Gelenke „geschmeidig“ hält – und weshalb nichts zu tun meist fatale Folgen hat.

„Der demografische Wandel erhöht den Versorgungsbedarf mit Hilfsmitteln“

Reiner Schwager ist Orthopädietechniker beim Sanitätshaus Ank in Kaiserslautern. Das vor über 60 Jahren gegründete Unternehmen beschäftigt rund 150 Fachkräfte an elf Standorten in acht Städten. Wir sprachen mit dem Experten über die vielseitige Versorgung seiner Patienten.

SAM: Herr Schwager, wie lange arbeiten Sie schon für das Sanitätshaus Ank und was sind Ihre Aufgaben?
© ANK Sanitätshaus + Orthopädietechnik GmbH

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Reiner Schwager: Ich bin seit 1975 für die Unternehmensgruppe Ank als Orthopädietechniker und Teamleiter Außendienst tätig. Nach jahrelanger Erfahrung im Werkstattbereich begab ich mich Ende der 80er-Jahre in den Außendienst als Berater und Betreuer in Sachen Akquise sowie Beziehungsmanagement für Ärzte. Aufgrund meiner Tätigkeit als Einkäufer diverser Hilfsmittel auf dem orthopädietechnischen Sektor kann ich somit den Anfragen der Ärzte Rede und Antwort stehen sowie die neusten Produkte in der Arztpraxis vorstellen. Auch unnötige Doppelversorgungen können so größtenteils vermieden werden.

SAM: Wie häufig sind bei Ihren Patienten die Knochen oder Gelenke, aber auch der Rücken betroffen?

Reiner Schwager: Aufgrund des demografischen Wandels und der daraus resultierenden Lebenserwartung erhöht sich zwangsläufig auch die Versorgung der Menschen mit Hilfsmitteln. Knie-, Hüft- und Schultergelenke sowie besonders der Rücken sind die Hauptareale, die dem älterwerdenden Menschen zu schaffen machen und so auch die größten Anteile von Orthesen darstellen.

SAM: Welche Erkrankungen gehen dabei voraus?

Reiner Schwager: Wer kennt ihn nicht, den berühmten Hexenschuss, der plötzlich in den Rücken schießt? Dieser ist, mit Krankengymnastik, elastischer (muskelaufbauende Wirkung, Anm. d. Red.) Rückenbandage inklusive Rückenpelotte mit Friktionsnoppen und Wärme, schnell in den Griff zu bekommen. Das Wirbelgleiten, die Operation nach einem Bandscheibenvorfall oder die Osteoporose (Knochenschwund, Anm. d. Red.) der Wirbelsäule erfordern speziellere Orthesen.

SAM: Welche Hilfsmittel kommen zum Einsatz, um den Rücken zu stärken bzw. stabilisieren?

Reiner Schwager: Der Osteoporose zum Beispiel kann man heute neben der medikamentösen Therapie gut mit Orthesen, die wie ein Rucksack angezogen werden, entgegenwirken. Ein stundenweises Tragen wirkt muskelaktivierend auf die Rückenmuskulatur und trägt zur Aufrichtung des Körpers bei. Stabilisierende oder ruhigstellende Rückenorthesen, wie sie nach Operationen, zur konservativen Behandlung von stabilen Wirbelbrüchen oder entzündlichen Erkrankungen eingesetzt werden, sind sehr wirkungsvoll, da einige Modelle auch zur Extension, also Streckung, und somit auch zu einer Entlastung beitragen. Der Großteil der Orthesen kann übrigens bequem unter der Kleidung getragen werden.

SAM: Ist die Behandlung bzw. Hilfsmitteltherapie des Rückenbereichs eine besondere Herausforderung?

Reiner Schwager: Viele Rückenpatienten klagen über die gleichen Symptome. Eine besondere Herausforderung ist für mich, den Patienten beizubringen, dass sie auch selbst etwas tun müssen, um wieder fit zu werden. Hier kommt für mich bspw. die Faszienrolle (ein Selbstmassagegerät mit dem Ziel, die Struktur der Faszien von außen mittels Ausrollen zu beeinflussen, Anm. d. Red.) zum Einsatz. Auch Yoga kann hervorragend zur Genesung beitragen. Alles natürlich immer nach Rücksprache des behandelnden Arztes. Wir müssen beweglich bleiben, ein Leben lang.

SAM: Und welche Hilfsmittel kommen bei Problemen mit Knochen und Gelenken zum Einsatz?

Reiner Schwager: Im Bereich der Gonarthrose (Kniegelenk-Verschleiß, Anm. d. Red.) gibt es mittlerweile sehr gute Möglichkeiten, eine Operation zu vermeiden oder zu verzögern. So ist bei einer leichten bis mittleren Gonarthrose eine Softorthese mit Gelenk und entlastender Wirkung im 3-Punkt-Prinzip gut einsetzbar. Bei ausgeprägter schwerer Gonarthrose haben sich Hartrahmen-Orthesen mit Gelenken auf Innen- und Außenseite bewährt, die je nach medialer (innen, Anm. d. Red.) oder lateraler (außen, Anm. d. Red.) Gonarthrose gefertigt und eingesetzt werden. Es gibt auch Orthesen mit nur einem Gelenk, die dynamisch wirken. Das bedeutet, im Sitzen, wenn das Knie entlastet ist, wird keine entlastende Kraft ausgeübt. Stellt sich der Patient hin und drückt sein Knie gerade, kann er bei gut angepasster Orthese sofort eine Schmerzlinderung durch Öffnung des Gelenkspaltes im Schmerzbereich verspüren.

SAM: Können Sie uns etwas zu den verwendeten Materialien bzw. der eingesetzten Technik dieser Hilfsmittel sagen?

Reiner Schwager: Die meisten Orthesen haben ein geringes Gewicht, atmungsaktive Netzgestricke und druckfreie Beugezonen. Diese sind weitgehend hautfreundlich und teilweise mit speziellen Antirutsch-Eigenschaften ausgestattet. Bei Orthesen mit Schienenverstärkung kommen Materialien wie Kunststoff, Aluminium, Magnesium oder Carbon vorwiegend zum Einsatz. Auch Rückenbandagen mit eingebauter Elektrostimulation sind auf dem Markt. Ebenso hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit, den Patienten bei einem bestimmten Rückenkonzept mit einzubeziehen in Form von Übungen sowie einem Tagesprotokoll mit Tracker und App. Die Ergebnisse werden dann beim nächsten Arztbesuch ausgewertet und besprochen.

SAM: Das klingt alles schon sehr modern. Welche Weiterentwicklung erwarten Sie für die Zukunft?

Reiner Schwager: Die Zukunft hat ja schon lange begonnen. Denken Sie nur mal an das Exoskelett (Außenskelett, Anm. d. Red.). Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass ein querschnittsgelähmter Mensch wieder aufrecht gehen kann? Auch 3-D-Drucker haben schon die Orthopädietechnik erreicht und werden bald Bestandteil in ausnahmslos jeder orthopädischen Werkstatt sein. Die Digitalisierung wird noch vieles möglich machen.

SAM: Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!
Mehr über das Sanitätshaus mit dem Lächeln erfahren Sie auf der Seite: www.ank-sanitaetshaus.de
Wunder Exoskelett

© GOGOA Mobility Robots

© GOGOA Mobility Robots

Im Gegensatz zu uns besitzen Insekten statt eines Innenskeletts ein stabilisierendes Außenskelett. Das Exoskelett ist eine von der Epidermis nach außen abgeschiedene Hülle. Es handelt sich um einen flexiblen Hochleistungs-Verbundwerkstoff aus mehreren Komponenten. Grundbestandteil sind Fasern aus Chitin, einem stickstoffhaltigen Kohlenhydrat mit ähnlichen Eigenschaften wie Zellulose. Das danach benannte Hilfsmittel besteht aus einem Rahmen mit mehreren Gelenken, die den Hüft-, Knie- und Fußgelenken des menschlichen Körpers entsprechen. Die technisch ausgeklügelte Konstruktion ermöglicht es gelähmten Menschen, aufrecht zu stehen und zu laufen.

© iStock.com/jacoblund

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Je nachdem, wie stark die Arthrose ausgeprägt ist, treten in der Regel zwischen 50 und 60 Jahren am ehesten Belastungsschmerzen auf. Zwischen 60 und 70 kommen dann häufig Bewegungsschmerzen dazu. Was kann ich tun? „Auch in diesem Alter ist es wichtig, beweglich zu bleiben“, rät Professor Ostermeier, „und das auch dann, wenn Schmerzen auftreten.“ Weniger Kraft- und dafür mehr Ausdauertraining, so heißt jetzt die Gesundheits-Formel. Empfehlenswert sind ausgiebige Spaziergänge, Radfahren, Nordic Walking. Besonders angetan sind Orthopäden vom Schwimmen. „Dieser Sport schont die Gelenke und hat einen positiven Nebeneffekt“, erläutert der Facharzt. „Sie verlieren innerhalb relativ kurzer Zeit mehr Kalorien als in anderen Sportarten.“ Joggen ist im höheren Alter hingegen ein zweischneidiges Vergnügen. „Die Gefahr eines Sturzes und damit schwerer Gelenkschädigungen wächst erheblich“, warnt Professor Ostermeier. Und auch Stoßbelastungen sind Gift für das Gelenk. Aus diesem Grund sind Mediziner in der Regel wenig begeistert vom Hüpfen und Springen beim Zumba-Training oder Aerobic. Bei der Ernährung sollten Arthrosepatienten im Rentenalter zunehmend auf eiweißreiche Produkte achten. Denn „je älter wir werden, desto schwerer ist es, den Eiweißhaushalt aufrechtzuerhalten“, so der Experte. „Mehr Eiweiß, weniger Kohlenhydrate – so lautet meine
Devise.“

© iStock.com//Ridofranz

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Jenseits der 70 treten vermehrt Ruheschmerzen auf. Auch wenn wir unsere Gelenke nicht belasten und bewegen, empfinden wir in diesem Alter häufig Schmerzen. „Betroffene sollten ihre Belastung weiterhin reduzieren, aber nach wie vor auf ihre Beweglichkeit achten“, rät Professor Ostermeier. Sein Tipp: „Gehen Sie spazieren oder machen Sie sanfte Gymnastikübungen – am besten unter Anleitung in einem Kurs im Fitnessstudio oder der Volkshochschule.“ Allgemein gilt: „Achten Sie darauf, dass Sie die Gelenke nur so lange beanspruchen, wie kein Schmerz ausgelöst wird.“ Wohltuend sind morgendliche Dehnübungen – diese halten unsere Gelenke geschmeidig und bringen den Kreislauf in Schwung. Treten akute Schmerzen auf, lassen sich diese optimal mit Kälte behandeln. Bei chronischen Beschwerden sind hingegen Wärme und viel Entspannung die bessere Alternative. Schmerzlindernd wirken aufgewärmte Kirschkernkissen, Wärmflaschen oder auch die „heiße Rolle“ – dafür wird ein Frotteehandtuch mit aufgeheiztem Wasser getränkt und dann aufgerollt auf die schmerzende Stelle gelegt. Hilfreich sind auch sanfte Massagen mit ätherischen Ölen, etwa von Eukalyptus, Lavendel, Pfefferminze oder Rosmarin. „Verdünnt in die Haut einmassiert, wirken diese entzündungshemmend und schmerzlindernd“, so der Orthopäde. Erstrecken sich die Schmerzen über den ganzen Körper, so können ein heißes Bad oder die Rotlichttherapie spürbar Linderung bringen.

© iStock.com/monkeybusinessimages

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„Heutzutage wissen wir, dass sich eine basische Ernährungsweise positiv auf den Knorpel auswirkt“, betont Professor Ostermeier. Besonders Omega-3-Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Leinöl oder Fisch enthalten sind, beeinflussen nach neuen Erkenntnissen die Gelenksituation positiv. Neben viel ungesättigten Fettsäuren empfehlen (Ernährungs-)Mediziner viel Gemüse, ausgewählte Fleischsorten und möglichst wenig gesättigte Fettsäuren und rotes Schweinefleisch. Außer gesunder Kost hilft auch Entspannung bei Arthrose. „Es ist wissenschaftlich belegt, dass sich psychische Entspannung positiv auf unser allgemeines Wohlbefinden auswirkt und so auch Gelenkschmerzen gelindert werden können“, versichert der Mediziner.

Bildnachweise Headerfoto: © Professor Dr. Sven Ostermeier