gelesen, Kulturtipps
Schreibe einen Kommentar

gelesen: Jonathan Frazen: Unschuld

Ein amerikanisch-deutscher Gesellschaftsroman

Pip Tyler weiß nicht, wer ihr Vater ist. Doch ist dies nicht ihr einziges Problem: Sie hat Studienschulden, ihr Bürojob in Oakland ist eine Sackgasse, sie liebt einen verheirateten Mann und ihre Mutter erdrückt sie mit Liebe und Geheimniskrämerei. Pip weiß weder, wo und wann sie geboren wurde, noch kennt sie den wirklichen Namen und Geburtstag ihrer Mutter. Als ihr eines Tages eine Deutsche beim „Sunlight Project“ des Whistleblowers Andreas Wolf ein Praktikum anbietet, hofft sie, dass der ihr mit seinem Internet-Journalismus bei der Vatersuche helfen kann. Sie stellt ihre Mutter vor die Wahl: Entweder sie lüftet das Geheimnis ihrer Herkunft, oder Pip macht sich auf nach Bolivien, wo Andreas Wolf im Schutz einer paradiesischen Bergwelt sein Enthüllungswerk vollbringt. Und wenig später bricht sie auf.

“Unschuld” ist eine tiefschwarze Komödie über jugendlichen Idealismus, maßlose Treue und den Kampf zwischen den Geschlechtern.  In dem erneut überzeugenden Gesellschaftsroman von Jonathan Franzen (“Die Korrekturen”) überschlagen sich die Ereignisse und bannen die Leser zur letzten Seite. Das Buch ist nun als Hardcover (832 Seiten l 26,95 Euro) bei Rowohlt erschienen.