Ausgabe 01 / 2016, Die Aktuelle, Herz & Seele, Ratgeber, Sonstiges
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Der Frühjahrsputz lädt zur Tiefenreinigung von Wohnung, Körper und Geist ein

Ganzheitlicher Frühjahrsputz

Die Redakteurin des SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazins hat sich für den Frühjahrputz ein Wochenende Zeit genommen. Alles, was sich in ihren vier Wänden, ihrem Körper und ihrem Geist in den dunklen Monaten ansammelte, wird jetzt sortiert. Was sie nicht mehr braucht oder was sie gar belastet, lässt sie beim Frühjahrsputz  los. Was ihr gut tut, das bringt sie auf Hochglanz…

Text: Jana Pajonk

Die Wohnung ausmisten

Auf dem Ecktisch im Wohnzimmer stapeln sich Weihnachtsgeschenke, im Bad stehen seit Jahren unbenutzte Drogerieartikel, die Bücherregale quellen über vor Lesestoff, den ich mir doch nie zu Gemüte führe. Heute sortiere ich aus! Im Bad fange ich an. Was ich nicht mehr benutze, wandert in den Abfall, Ungeöffnetes in meine „Zu verschenken“-Kiste. Das geht schneller, als ich gedacht habe. Ich mache gleich in der Küche weiter. Hier komme ich so richtig in Fahrt. Ich sortiere aus, ein und um. Vorräte, die bald verbraucht werden müssen, stelle ich nach vorn. In der Verschenken-Kiste landen Tees und drei Tassen, die ich nie benutze. Später kommen Bücher, CDs und ein paar Kleider dazu. Jeder, der mich besucht, darf sich etwas
aussuchen, beschließe ich, und stelle die Kiste erstmal in den Flur. Ich fühle den neuen Platz um mich herum, in den Regalen und Schränken. Und es scheint, als könne ich tiefer atmen. Voller Freude putze ich die ganze Wohnung und erfreue mich an den schönen Dingen, die nun so richtig zur Geltung kommen: die Kerzenhalter und die Kunstwerke meiner Tochter. Am Ende des Tages sitze ich mit einer Tasse Tee auf dem Sofa und genieße meine schöne Wohnung. Erschöpft und befreit schlafe ich früh ein.

Den Körper reinigen

Am nächsten Morgen stehe ich mit der Sonne auf und beginne meinen Frühjahrsputz im Körper mit einer Tasse heißem Wasser. „Wer jeden Morgen auf nüchternen Magen eine Tasse heißes Wasser trinkt, tut schon einiges für die Reinigung von innen“, sagte mir Shreya Kürzeder neulich. Die Ayurveda-Therapeutin unterstützt mich seit ein paar Wochen dabei, meinen stressigen Alltag ruhiger zu meistern. Vor der morgendlichen Dusche nehme ich mir Zeit für eine ausführliche Massage mit einem Seiden-Handschuh (Garshan), mit dem ich mich von unten nach oben, immer entgegen der Haarwuchsrichtung, abreibe. Das regt Blutzirkulation
und Kreislauf an. Heute ist mein Entlastungstag. Ich esse nur grünes Gemüse, das ich
in etwas Ghee (gereinigte Butter) mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma, frischem Ingwer, Koriander und etwas Salz vorsichtig gare. Morgens gibt es Zucchini, mittags Broccoli, abends Spinat. „Das regt das Verdauungsfeuer an und hilft dabei, Giftstoffe aus dem Körper zu befördern“, hatte Shreya erklärt. Genau wie der heiße Ingwertee, von dem ich alle ein bis zwei Stunden eine Tasse trinke.

Den Kopf erfrischen

Eine Stunde nach dem Frühstück richte ich mir im Wohnzimmer einen gemütlichen Platz ein.
Ich lege eine Decke auf den Teppich, ein Kissen darauf und eine CD mit Meditationsmusik ein, die ich letzte Woche in der Bibliothek geliehen habe. Dann stelle ich mich barfuß auf die Decke
und schließe die Augen. Ich spüre die Verbindung zum Boden über meine Fußsohlen und
hebe die Arme als greife ich nach den Sternen. Ich bin ein Baum. Ruhig stehe ich da. Alles, was geschieht, nehme ich hin. Ich gehe im Kopf die letzten Monate durch und lasse alle negativen
Gedanken und Gefühle über die Füße in den Boden abfließen. Ich fühle, wie mit jedem Gedanken, der abfließt, mehr Platz in mir ist. Als alles weg ist, setze ich mich auf das
Kissen und genieße den Freiraum in mir.

Für den Rest des Tages erlaube ich mir nur noch positive Gedanken. Wann immer etwas Negatives meinen Geist trüben will, sage ich mir folgenden Satz: „Mein Zuhause ist genau richtig für mich. Es ist ein sicherer Ort, erfüllt von liebevollen Gedanken.“ Am Nachmittag setze ich mich wieder zehn Minuten auf meinen gemütlichen Platz, mache die leise Musik an und schließe die Augen. Ich sehe viele Gedanken vor meinem geistigen Auge und lasse sie ziehen. Ich halte keinen fest. Mit einem Bad in Natron und Salz (je einen Esslöffel) beende ich meinen Entlastungstag. Vor dem Zu-Bett-Gehen massiere ich meine Füße mit Lavendelöl und schlafe einen tiefen, erfrischenden Schlaf.