Die Aktuelle, Ausgabe 04 / 2018, Herz & Seele
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Feng Shui – Möbelrücken für das persönliche Glück

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es in manchen Bereichen einfach nicht voran geht im Leben? Ein genauer Blick in Ihr Zuhause kann da Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass wieder etwas in Bewegung kommt, lehrt uns das Feng Shui.

Text: Jana Pajonk

Feng Shui ist eine chinesische Harmonielehre, die mehrere tausend Jahre alt ist. Die Übersetzung „Wind und Wasser“ deutet darauf hin, worum es geht, nämlich um einen Ausgleich der Kräfte der Natur, die uns alle jederzeit und überall umgeben. Als Menschen sind wir Teil der Natur, stets mit ihr verbunden. Alles, was wir tun oder nicht tun, hat Auswirkungen. Und unsere Einstellung zum Leben ist darin erkennbar, mit welchen Menschen wir uns umgeben, womit wir uns beschäftigen, was uns gefällt und wie wir wohnen. Unser Lebensumfeld ist ein Spiegel unseres Lebens, unseres Inneren. Und dessen Gestaltung wirkt sich auf unser Wohlbefinden aus und umgekehrt.

Dass das kein Humbug ist, wissen wir alle intuitiv. Ob Hotelzimmer, Besuch bei Bekannten oder die eigenen vier Wände – es gib Räume, in denen wir uns wohl sowie aufgehoben fühlen und gern bleiben. Und es gibt solche, in denen wir eher Bedrückung empfinden und machen, dass wir wieder rauskommen. „In unseren eigenen vier Wänden sollten wir uns in jedem Winkel stets wohl und aufgehoben fühlen“, weiß Günther Sator. Der bekannteste deutschsprachige Feng-Shui-Berater hilft Menschen dabei, aus dem Ort, an dem sie leben oder arbeiten, das Bestmögliche herauszuholen sowie ihn zu einer Oase der Inspiration, Ruhe und Erholung machen.

Akupunktur für den Raum

„Feng Shui ist wie Akupunktur für den Raum“, schreibt Günther Sator in seinem Standardwerk über die Grundlagen des Feng Shui. Es geht hier wie in der traditionellen chinesischen Medizin um die Lebensenergie Chi. Wo sie frei fließen kann, da ist Harmonie und Ausgeglichenheit. Wo sie blockiert ist, entstehen im Körper Krankheiten, in Räumen Unbehaglichkeit. Vollgestellte Zimmer und Ecken, ungenutzte Möbel, Dunkelheit, kranke Pflanzen oder hindernde Farben können den Energiefluss in der Wohnung und in unserem Leben empfindlich stören, wissen die Feng-Shui-Experten. Ein anderer Blick auf unser Wohnumfeld lohnt sich also. Mit dem sogenannten Bagua (Bild in der Mitte) gibt es eine Art Schablone, mit der wir sehen, wo welche Lebensbereiche wo in der Wohnung repräsentiert sind. Ein bewusster Blick auf unser alltägliches Umfeld kann da zu verblüffenden Erkenntnissen führen und durch kleine Veränderungen Großes bewirken.

Verblüffende Erkenntnisse

Beispiele dafür kennt Sator viele. „Menschen, die schon lange allein leben, haben oft auf der Partnerseite in ihrem Bett gar keinen Platz für einen anderen Menschen. Da liegt ein großes Kuscheltier oder es stapeln sich Bücher“, erzählt der Österreicher. „Sie zeigen: In meinem Leben ist kein Platz für einen Menschen an meiner Seite.“ Wenn man sich einen Partner wünscht, kann allein das Freiräumen dieses Platzes neue Offenheit schaffen und etwas in Bewegung bringen.

Auch Schlafprobleme, unter denen viele Menschen leiden, müssen nicht immer körperlicher Natur sein. „Ganz häufig steht das Bett einfach an der falschen Stelle“, erklärt der Experte, „oder es befinden sich andere Störungen im Schlafzimmer. Das Bett steht am besten mit dem Kopfende an einer Wand und sollte von beiden Seiten zugänglich sein. Tür und Fenster sollten möglichst davon entfernt liegen und vom Bett aus zu sehen sein.“ Außerdem sei es wichtig, alles, was Gedanken antreibt und die Nachruhe stört, aus dem Schlafraum zu entfernen. „Schreibtische und Spiegel, aber auch Handys, Fernseher und andere elektronische Geräte haben im Schlafzimmer nichts zu suchen.“

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Günther Sator sagt: „Man kann nicht nicht Feng Shui machen.“ Denn wir alle gestalten tagtäglich unser Leben und unser Lebensumfeld: Arbeit, Freunde, Beziehungen, Arbeitsplatz, unsere Wohnung – alles ist Ausdruck unserer momentanen Situation, unseres Istzustandes. Sich diese hin und wieder bewusst zu machen, ist nicht nur sinnvoll, sondern kann uns auch dabei helfen, das Leben so zu gestalten, wie wir es gern hätten. Mit Feng Shui haben wir dafür einen guten Begleiter.

 

Fünf grundlegende Schritte

TJA, WO ANFANGEN? UND WIE WEIT MÜSSEN WIR GEHEN? GÜNTHER SATOR VERRÄT DEM SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN FÜNF GRUNDREGELN, MIT DENEN WIR DIE ENERGIE IN DEN EIGENEN VIER WÄNDEN WIEDER ZUM FLIESSEN BRINGEN KÖNNEN:

© Günther Sator

© Günther Sator

„Schaffen Sie Platz und umgeben SIE sich nur mit Dingen, die für Sie in diesem Lebensabschnitt relevant sind.“

Die meisten von uns häufen über die Jahre so viel an: Fotos, Bücher, Andenken und andere Gegenstände. Sie landen in Kammern oder zweiten Reihen, im schlimmsten Fall stapeln sie sich in Ecken, verstauben und engen unseren Lebensraum ein. „Vollgestopfte Räume machen das Leben schwer“, erklärt der Feng-Shui-Experte. „Man schleppt diesen Ballast mit und belastet sich damit auch körperlich und seelisch.“ Deswegen ist es sinnvoll und hilfreich, regelmäßig auszumisten: Vielleicht reicht ein Set Bowle-Gläser? Brauche ich wirklich noch Bücher wie „Jedes Kind kann schlafen lernen?“, wenn ich meine jugendlichen Kindern morgens schon nicht mehr aus dem Bett bekomme? Und muss ich jede Konzert-Eintrittskarte bis ans Lebensende aufheben? Fragen Sie sich: Was ist wirklich wichtig für mich? Was gibt mir Kraft?

„Das Leben braucht Licht und Offenheit“

„Wir leben in Deutschland oft zu dunkel, verstecken uns hinter Gardinen, haben zu wenig und schlechte Lampen“, erklärt Günther Sator. Gerade ältere Menschen neigen dazu, sich immer mehr zurückzuziehen, die Räume um sie herum werden immer dunkler. Dabei brauchen gerade sie mehr Licht, um Frische und Lebensfreude einzuladen. Das weckt die Lebensgeister und sorgt für gute Stimmung.

„Schaffen und nutzen Sie Kraftorte in ihrer Wohnung“

Es klingt traurig, ist aber wahr: „Den besten Platz im Wohnzimmer hat heute oft der Fernseher“, berichtet Günther Sator. Um sich entspannen zu können, braucht der Mensch die Wand im Rücken und den freien Blick zum Fenster und zur Tür. „Da, wo ich die Übersicht über den Raum habe, da ist der Kraftort“, meint Sator. „Hier sollten Sie es sich gemütlich machen.“

„Ankerpunkte schenken Freude und Energie“

„Wenn Sie die Kraftorte ausgemacht und für sich eingenommen haben, schauen Sie in den Raum“, rät der Experte. „Dort, wo der Blick hinfällt, gehört ein schönes Bild hin, ein Gegenstand, der Ihnen Kraft gibt, oder eine gesunde Pflanze.“ Das sind die sogenannten Ankerpunkte. Davon braucht man nicht viele. Schon ein paar davon in den eigenen vier Wänden schenken Freude und Energie.

„Schaffen Sie sich technikfreie Zeiten und Zonen“

In Zeiten von mobilen Endgeräten und rasanter technischer Entwicklung ist es mit klassischen Feng-Shui-Maßnahmen nicht mehr getan. Deswegen rät der Experte dazu, elektronische Geräte aus Schlaf- und Kinderzimmern grundsätzlich fernzuhalten.

Weitere Infos über den Feng-Shui-Experten Günther Sator erhalten Sie auf der Internetseite www.living-fengshui.at

 

Bildnachweise Headerfoto: © iStock.com/GSPictures