Kulturtipps
Schreibe einen Kommentar

Fassbinders Die dritte Generation

West-Berlin im Winter 1978. Ein Haufen gelangweilter Aussteiger, mehr durch blinden Aktionismus als durch wirkliche Ideale und politische Ideen verbunden – ihre Parole ist Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ -, entführt am 27. Februar, dem Karnevalsdienstag, den Vertreter einer amerikanischen Computerfirma (Eddie Constantine). Was die Möchtegern-Terroristen nicht ahnen: Sie werden manipuliert. Ein internationaler Computerkonzern nutzt ihre Aktionen geschickt für seine eigenen Zwecke. Der Staat soll gezwungen werden, neue Fahndungscomputer zu kaufen …

Rainer Werner Fassbinder, der produktivste und vielseitigste Vertreter des Neuen Deutschen Films, war in erster Linie ein Rebell, beruflich wie privat. Zwischen 1966 und 1982 beendete er nicht weniger als 44 Inszenierungen, von denen die Mehrzahl die Entwicklung des deutschen wie auch des internationalen Films beeinflusst hat. Fassbinder galt als Enfant terrible des Neuen Deutschen Films und war doch dessen entschiedenster Erzähler. Emotion und Kalkül, Wahrnehmungssensibilität und handwerkliche Perfektion – in diesem Spannungsfeld ist sein künstlerisches Werks verortet.

In den 70er- und 80er-Jahren wurden viele Filme über die RAF gedreht. Insbesondere im Umfeld des Neuen Deutschen Films (Reinhard Hauffs “Messer im Kopf” und “Stammheim”, Margarethe voin Trottas “Die bleierne Zeit”, Bernhard Sinkels “Kaltgestellt”, der Kollektivfilm “Deutschland im Herbst” u. v. a.). Fassbinders “Die dritte Generation” ist der radikalste und kompromissloseste von allen. Der starke Film erscheint am 28. Februar als Blu-ray und DVD Digital Remastered bei STUIDOCANAL.