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Fassbinder – Lieben ohne zu fordern

Rainer Werner Fassbinder (1945–1982), einer der bedeutendsten deutschen Regisseure und wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films, verstarb im Alter von 37 Jahren und hinterließ 44 Filme. Der dänische Filmregisseur dieses Films, Christian Braad Thomsen, lernte Fassbinder 1969 bei der Uraufführung seines Spielfilmdebüts “Liebe ist kälter als der Tod” auf der Berlinale kennen, sie wurden enge Freunde. “Fassbinder – Lieben ohne zu fordern“ basiert auf einem lange unveröffentlichten, sehr persönlichen Interview von Braad Thomsen, das während der Filmfestspiele von Cannes 1978 entstand. Weitere Protagonist*innen des Films sind Fassbinders Mutter Lilo Pempeit, Irm Hermann und Harry Baer.

“Ausgehend von Fassbinders außergewöhnlicher Kindheit in einem traumatisierten Nachkriegsdeutschland, ist der in sieben Kapitel aufgeteilte Film eine erhellende, intime und bewegende Hommage.“ Berlinale Panorama, 2015

„Der dänische Filmemacher hat Fassbinders Weg seit seinem ersten Spielfilm begleitet und viele Interviews mit ihm geführt. Eines dieser Gespräche verschwand sofort im Giftschrank: Ein total erschöpfter Fassbinder hing in den Seilen, Braad Thomsen wagte es kaum, sich die Aufzeichnung anzusehen. 30 Jahre später hat er das Band wieder ans Licht geholt und siehe: Der sonst eher unwirsche Fassbinder kann zwar kaum die Augen aufhalten, aber spricht mit seltener Klarheit über seine triebhafte Produktivität. Er wusste: Mit Braad Thomsen, der wir er selbst von Freud kam, konnte er über Dinge sprechen, für die er sonst kein Verständnis erwarten konnte. Es gibt einige, mehr oder weniger geglückte Fassbinder-Dokumentationen. Diese muss man gesehen haben.“ * Michael Töteberg, 5/2020

Christian Braad Thomsen, geboren 1940, debütierte 1972 mit DEAR IRENE auf dem Filmfestival in Venedig. Neben Spielfilmen drehte er Dokumentationen, unter anderem über Karen Blixen, und schrieb zahlreiche Bücher über Größen der Filmgeschichte wie Hitchcock, Pasolini und Godard. 1984 präsentierte Christian Braad Thomsen in einer Sondervorführung des Berlinale- Wettbewerbs LADIES ON THE ROCK. Für seinen Film THE BLUE MONK erhielt er 1999 in Kopenhagen den Carl-Theodor-Dreyer-Preis.

Sein außergewöhnlicher, sehr persönlicher und die Zeit des “Neuen Deutschen Films” beeindruckend auffagender Film lässt all die unzähligen Fassbinder-Dokus der vergangenen rund 40 Jahre locker hinter sich. Jetzt, mit fünf Jahren verspätung, endlich als DVD bei Filmgalerie 451 erschienen.

Wir verlosen zwei DVD-Exemplare. Senden Sie uns bis zum 30.06.2020 eine E-Mail mit dem Betreff „Fassbinder“ an: verlosung@sanitaetshaus-aktuell.info