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Christoph Schlingensiefs Egomania – Insel ohne Hoffnung

Auf einer einsamen Insel leben eine junge, in sich versunkene Frau und ihr glühender Verehrer. Ihre Liebe gerät durch das Auftauchen eines Barons in Gefahr. Es scheint, als nehme seine Gefühlskälte mehr und mehr Besitz von dem Eiland und seinen Bewohnern. Er entpuppt sich als schizophrener Wandler zwischen den Welten, auch zwischen den Geschlechtern, als Teufel – und als dessen Tante. Um jedes Gefühl auf Eis zu legen, setzt er alle Mächte der Finsternis in Bewegung.

Mit seinen Theater- und Kunstaktionen, als Film- und Opernregisseur hat Christoph Schlingensief (1960–2010) über zwei Dekaden den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland geprägt. Sein dritter Langfilm „Egomania – Insel ohne Hoffnung“ ist ein besinnliches Traktat über die schleichende Kraft des Bösen. Kant trifft auf Dracula, der Teufel auf die Jungfrau Maria, Udo Kier auf Tilda Swinton.

„Tilda und ich waren ein Paar und Udo war eifersüchtig. Das Wetter brach jeden Tag zusammen und die enge Hütte, in der wir lebten, war ein Loch. Egomania bleibt wahrscheinlich mein romantischster und schönster Film. So betrügen kann man sich nur einmal.“ Christoph Schlingensief

Das Ergebnis dieses frühen filmischen Meisterwerks des leider viel zu früh verstorbenen Christoph Schlingensief wurde nun bei Filmgalerie 451 als DVD (restaurierter Film von 1986, 83 min. plus Bonusmaterial: Christoph Schlingensief – Interview [2004, 6 min.], 16mm – Outtakes [1986, 18 min.], Filmtrailer sowie 24-seitiges Booklet mit Fotos und Drehbuchauszügen) neu veröffentlicht und lohnt sich wiederentdeckt zu werden.

Wir verlosen zwei Exemplare. Senden Sie uns bis zum 31.12.2018 eine E-Mail mit dem Betreff „Egomania“ an verlosung@sanitaetshaus-aktuell.info.