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gesehen: Der weltweit erste Autorenfilm - Der Student von Prag

Der Student von Prag

Die Geschichte des Studenten Balduin, der einen Teufelspakt abschließt, greift ein romantisches Motiv aus der deutschen Literatur auf und begründet die Phantastik des deutschen Stummfilms, die später von Friedrich Wilhelm Murnau, Fritz Lang und anderen weitergeführt wurde. Verblüffend ist heute noch die Kameraarbeit von Guido Seeber, die schon in der ersten Szene des Films mit sorgfältig choreographierten Plansequenzen und Doppelbelichtungen arbeitet, die man in dieser Vollendung noch nie gesehen hatte. Gemäß dem Anspruch, keine bebilderte Literatur zu sein, verzichtete der Film weitgehend auf Zwischentitel. Entsprechend den Konventionen der Zeit, wurden die Szenen des Films eingefärbt. Im Prolog stellen Regisseur Ewers und Hauptdarsteller Wegener den Handlungsschauplatz Prag vor.

© Edition Filmmuseum

© Edition Filmmuseum

Der originale Film wurde 1915 von der Produktionsfirma “Deutsche Bioscop” an “Robert Glombeck. Deutsche Filmindustrie KG” verkauft. Als 1926 eine Neuverfilmung anstand, brachte ein geschäftstüchtiger Filmverleiher das Original als “Wiederaufführung” in die Kinos, allerdings in einer überarbeiteten Form: War Ewers noch stolz gewesen, dass er einen Film mit möglichst wenigen Zwischentiteln hergestellt hatte, die inder Tradition der Nummernrevue des Jahrmarktkinos in der Regel am Anfang jeder Szene wie Kapitelüberschriften standen, ergänzte Glombeck zusätzliche Orts- und Zeitangaben, Handlungserklärungen und Dialoge auf ins gesamt 107 neu erstellten Zwischentiteln, die er gemäß der Stummfilmkonvention der 1920er Jahre direkt in die Szenen einfügte. So hat sich der Film über 60 Jahre in den Archiven erhalten.

© Edition Filmmuseum

© Edition Filmmuseum

Die phantastische Geschichte von dem Studenten Balduin, der seinen Schatten dem Teufel verkauft und daran zugrunde geht, war einer der ersten deutschen Künstler-Filme, für den ein populärer Schriftsteller, Hanns Heinz Ewers, ein Originaldrehbuch und ein angesehener Komponist, Liszt-Schüler Joseph Weiss, eine Originalmusik schrieb. Die neue, liebevoll zusammengestellte Doppel-DVD (Edition Filmmuseum) präsentiert “Der Student von Prag in unterschiedlichen Varianten und Laufgeschwindigkeiten sowie einen Kurzfilm von Hanns Heinz Ewers, der im selben Jahr hergestellt wurde. Der ROM-Bereich enthält ausführliche Dokumente zu den Filmen von Ewers und zur Musik von Joseph Weiss.

© Edition Filmmuseum

© Edition Filmmuseum

DVD-Features (Doppel-DVD):

DVD 1

  • Der Student von Prag 1913, 76′
  • Originale Klaviermusik von Josef Weiss, interpretiert von Mark Pogolski
  • Audiodeskription der Deutschen Hörfilm
  • The Student of Prague or A Bargain with Satan 1913, 46′

DVD 2

  • Der Student von Prag 1913, 83′
  • Orchestermusik von Bernd Thewes nach der Originalmusik von Jodef Weiss, interpretiert vom Orchester Jakobsplatz München unter der Leitung von Daniel Grossmann
  • Die ideale Gattin 1913, 16′
  • Umfangreicher ROM-Bereich mit dem Originalscript und Dokumenten zum Film
  • 20-seitiges dreisprachiges Booklet mit Texten von Hanns Heinz Ewers und einem Essay von Stefan Drößler

Herausgeber: Filmmuseum München und Goethe-Institut
DVD-Authoring: Tobias Dressel
DVD-Supervision: Stefan Drößler