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gesehen: Der sanfte Lauf

Kinodebüt von Bruno Ganz: Der sanfte Lauf

Bernhard, ein unfreiwillig abgebrochener Technikstudent, arbeitet im Versand eines Elektroherstellers. Eines Tages lernt er Johanna kennen und im Lauf der Zeit lieben. Johannas Vater, ein reicher Geschäftsmann, findet Gefallen an dem jungen Mann und beschließt, ihn heimlich zu protegieren. Bernhard kann in seinem Betrieb eine Entwicklungsabteilung aufbauen und hat dabei Erfolg. Doch die Begegnung mit dem selbstzufriedenen Bürgertum irritiert ihn. Er fährt mit Johanna in seine Heimat Prag, um sein Verhältnis mit den Menschen seiner Umgebung zu überprüfen. Nach der Rückkehr erfährt er durch einen Kollegen, wem er seinen beruflichen Aufstieg zu verdanken hat. Es bleibt offen, ob er den sanften Weg der Anpassung weitergehen oder sich für eine unabhängige Existenz entscheiden wird.

“Senft traf präzise den Zeitgeist der Vor-1968er Generation mit ihrer Kritik am Materialismus der Wirtschaftswunder-Gesellschaft, verzichtete aber ganz auf plakativen linken Gestus.” Neue Zürcher Zeitung

Mit der DVD-Veröffentlichung von “Der sanfte Lauf”, wurde das Kinodebüt von Bruno Ganz (“Messer im Kopf”, “Nosferatu – Phantom der Nacht”, “Der amerikanische Freund”, “Die Fälschung”), heute Träger des Iffland-Rings, als würdigster noch lebender Schauspieler deutschsprachiger Bühnen, neuen Generationen eröffnet und gleichzeitig der Nachwelt gesichert. Der erste Spielfilm von Haro Senft (“Fegefeuer”, “Ein Tag mit dem Wind”, “Rappelkiste”), Mitinitiator des Oberhausener Manifests, ist zugleich der Archetypus eines Autorenfilms des „Jungen Deutschen Films“ (aus dem einige Jahre später der “Neue Deutsche Film”, die Glanzzeit des deutschen Autorenfilms bis 1982) wurde.

Unter den Extras findet sich ein Festschmaus für Cineasten: Die sieben Senft-Kurzfilme “XY” (1954), “Die Brücke” (1957), “Von 6 bis 6” (1959), “Patience” (1959), “Kahl” (1961), “Plakate Parolen Signale” (1962) und “Auto Auto” (1964).

Die DVD ist bei absolut MEDIEN erschienen.