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29. April 2015 - Praxistraining in Bersenbrück

Der Bürgermeister und der Rollator

Der Bürgermeister und der Rollator

Bersenbrück. Wie kommt man mit Rollstuhl oder Rollator am sichersten in den Bus? Menschen mit eingeschränkter Mobilität übten auf dem Bersenbrücker Marktplatz das Ein- und Aussteigen in einen Linienbus.

Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) bot das Bustraining an, teilt die Samtgemeinde Bersenbrück mit. Mitgewirkt habe Gabriele Linster, Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück.

Es sei gar nicht so einfach, mit einem Rollator in den Bus einzusteigen, selbst wenn dieser eine Einstiegsrampe hat. „Vorwärts rein und rückwärts wieder raus“, hieß der praktische Tipp von Karl-Heinz Klenke, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Osnabrück. Zusammen mit Burkhard Pohl von der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück-Nord und Busfahrer Karl-Heinz Mohs erläuterte Klenke den Teilnehmern, worauf es ankommt.

Auf keinen Fall sollte man während der Busfahrt auf seinem Rollator sitzenbleiben, das sei viel zu unsicher, sagen die Experten. Das ist bei Rollstuhlfahrern natürlich anders, für die gibt es direkt neben der Eingang einen Platz, quasi einen Bus-internen Parkplatz, der auch von Kinderwagen besetzt werden kann.

Schwieriger wird es da schon für E-Mobile oder Seniorenmobile, die je nach Ausführung ziemlich sperrig sein können, wie ein Beispiel vor Ort zeigte. „Wenn Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich an die Busfahrer, die helfen Ihnen gern“, ermutigte Burkhard Pohl.

Zuvor hatten Klenke und Manfred Egler von der Bersenbrücker Polizei in der Marktschule Informationen gegeben, die sowohl bei Senioren als auch bei teilnehmenden Pflegekräften auf große Resonanz stießen. Dazu gehörte auch der Hinweis, bei eingeschränkter Mobilität die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln rechtzeitig zu planen und eventuell sogar bei dem Verkehrsunternehmen anzumelden, um Detailfragen zu klären.

Für Jüngere ist es nicht immer leicht nachzuvollziehen, wie sich die Alten mit nachlassenden Kräften und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit fühlen. Das konnten sie in Bersenbrück aber mit einem Alterssimulationsanzug testen. Auch Samtgemeindebürgermeister Horst Baier probierte ihn an. Gewichte an Armen und Beinen und Gelenkmanschetten erschweren die Fortbewegung. Eine Brille simulierte Sehschwäche, Gehördämpfer machen schwerhörig. Alle Bewegungen werden langsamer und vorsichtiger ausgeführt. „Man fühlt sich gleich 30 Jahre älter, kann aber die Probleme älterer Menschen besser nachvollziehen“, schilderte Baier.

In ein paar Monaten soll es ein weiteres Training für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geben. Stattfinden wird es wahrscheinlich in Ankum, bei Bedarf später auch in den übrigen Mitgliedsgemeinden.

Die SANITÄTSHAUS AKTUELL findet: Ein Projekt, das zur Nachahmung einlädt!

(Quelle: noz.de)