Ausgabe 04 / 2017, Die Aktuelle, Fitness, Ratgeber, Sonstiges
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Thorsten Stelter lief von Düsseldorf nach Leipzig und machte damit erfolgreich auf die Volkskrankheit Depression aufmerksam

Depression: 450-Kilometer-Spendenlauf für den guten Zweck

Anlässlich des Patientenkongresses Depression in Leipzig ist der Weinhändler Thorsten Stelter innerhalb von sechs Tagen von Düsseldorf zum sächsischen Veranstaltungsort gelaufen und hat dabei Spenden für Betroffene der weitverbreiteten Krankheit Depression gesammelt.

Text: Christian Sujata

(© Bernd Thissen)

(© Bernd Thissen)

„Der Moment des Zieleinlaufs mit dem tollen Empfang war sehr bewegend für mich“, sagt Thorsten Stelter kurz nach Beendigung seines Mammutlaufs. „Die eine oder andere Träne konnte ich mir da nicht mehr verkneifen.“ Verständlich: Stelter hatte soeben seinen am 20. August gestarteten und sieben Tage später beendeten Spendenlauf von Düsseldorf nach Leipzig erfolgreich beendet, mit dem er auf die Volkskrankheit Depression aufmerksam machen und Spenden für Betroffene sammeln wollte. Ziel des Laufs war der gemeinsame Patientenkongress der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, der Deutschen DepressionsLiga und des Deutschen Bündnisses gegen Depression. Vor Ort empfingen ihn nicht nur zahlreiche jubelnde Passanten, sondern auch viele Medienvertreter, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, der Leiter der Stiftung Professor Dr. Ulrich Hegerl und nicht zuletzt der prominente Stiftungsschirmherr Harald Schmidt („Harald Schmidt Show“, „Schmidteinander“, „Pssst…“, „MAZ ab!“).

Entspannung zwischen zwei Laufeinheiten: Thorsten Stelter genießt die Behandlung von Physiotherapeut Tim Grütters. (© Bernd Thissen)

Entspannung zwischen zwei Laufeinheiten: Thorsten Stelter genießt die Behandlung von Physiotherapeut Tim Grütters. (© Bernd Thissen)

Der 40-jährige studierte Jurist und heutige Weinhändler Thorsten Stelter war vor einigen Jahren selbst an einer schweren Depression erkrankt. Mit externer Hilfe, aber vor allem mit einem unbändigen Willen und seiner Leidenschaft für den Laufsport, hat er sich zurück ins Leben gekämpft. Heute, wo es ihm wieder gut geht, setzt er sich für andere Erkrankte und Angehörige der weitverbreiteten Volkskrankheit ein. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen gesünder, aber vor allem bewusster leben. Wir haben nur ein Leben und das sollte uns immer bewusst sein“, so Stelter. „Meine Empfehlung lautet deshalb: Seid gelassener sowie entspannter und wenn ihr in eurem Leben etwas ändern wollt, dann ändert es jetzt.“

(© Bernd Thissen)

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„Ohne die Unterstützung vieler helfender Hände vor und während der Aktion wäre der Lauf von Düsseldorf nach Leipzig nicht realisierbar gewesen“, erklärt Stelter. „Das gilt insbesondere für meine drei ständigen Begleiter.“. Stelter wurde über die gesamte Strecke von einem dreiköpfigen Team begleitet: Martina Hilgers (Radbegleiterin und Navigation), Tim Grütters (Physiotherapeut) und Jürgen Walter (Sportpsychologe). Mit dabei war auch ein Reisemobil, in dem sie ihre Mahlzeiten zu sich genommen, ihre Büroarbeit erledigt, am Laptop Streckenabläufe kontrolliert und aktualisiert sowie die regelmäßigen, wichtigen physiotherapeutischen und regenerativen Behandlungen durchgeführt haben. „Außerdem war das Mobil unsere Zentrale für Gespräche mit den Pressevertretern, von denen es unterwegs pausenlos Interviewanfragen gab“, so Stelter weiter. Das große Medieninteresse nahm er dabei nicht als Belastung, sondern als zusätzliche Portion Motivation an.

Harald Schmidt (l.), Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, beglückwünscht Thorsten Stelter (r.) nach seiner Ankunft in Leipzig. (© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

Harald Schmidt (l.), Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, beglückwünscht Thorsten Stelter (r.) nach seiner Ankunft in Leipzig. (© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

Bis auf Magenkrämpfe am vierten Tag, die Stelter kurzzeitig körperlich und mental zu schaffen machten, und improvisierten Streckenumwegen, die aus 450 am Ende 482 Kilometer machten, blickt der Weinhändler und studierte Jurist stolz auf die
anstrengenden Tage zurück. „Es ist ein großartiges Gefühl, dass alles geklappt hat – sowohl sportlich als auch organisatorisch. Mindestens genauso glücklich macht mich die große Aufmerksamkeit, die wir mit der Aktion hervorgerufen haben.“ Dass die Aktion nicht nur viel Aufsehen, sondern auch eine große Spendenbereitschaft auslöste, wird Stelter in Kürze mit Bekanntgabe des endgültigen Spendenbetrags auf seinem Blog bestätigen: http://thorsten-stelter.laufstil-duesseldorf.de

(© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

(© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

Leipzigs OB Burkhard Jung, Thorsten Stelter und Harald Schmidt (v. r. n. l.) lauschen der Rede von Prof. Dr. Hegerl (l.), dem Leiter der Stiftung. (© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

Leipzigs OB Burkhard Jung, Thorsten Stelter und Harald Schmidt (v. r. n. l.) lauschen der Rede von Prof. Dr. Hegerl (l.), dem Leiter der Stiftung. (© Swen Reichhold/Stiftung Deutsche Depression)

 

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