Ingrid Albarus

Ohne langes Zögern hat sich Ingrid Albarus (63) bereit erklärt, für die „Momentaufnahme“ der SANITÄTSHAUS AKTUELL-Ausgabe 2/2015 zur Verfügung zu stehen. Auf ganzseitigen Fotos stellen wir in dieser Rubrik in unserer Printausgabe regelmäßig Mutmacher vor. Mutmacher sind Menschen, die sich von unterschiedlichen Schicksalsschlägen nicht haben kleinkriegen lassen, sondern die zum Teil schwierigen Herausforderungen positiv angehen.

Ingrid Albarus

Ingrid Albarus

Schicksalsschläge kennt auch Ingrid Albarus zu Genüge. Bereits seit ihrem 24. Lebensjahr wurde sie von zahlreiche Krebserkrankungen und vielen körperlichen Beeinträchtigungen heimgesucht. Irgendwann, so ungefähr bei Operation Nummer 35, hat sie aufgehört zu zählen. Vor zwölf Jahren sagten ihr ihre Ärzte zudem nur noch eine Überlebenschance von 20 Prozent voraus. Ihre Lebensfreude und Zuversicht hat sie dennoch nie verloren. „Ich setze mir immer wieder neue Ziele und Meilensteine, die ich noch erreichen will“, so Ingrid Albarus. Dass ihre 16-jährige Enkelin Fabienne einmal heiratet, ist beispielweise eines dieser Meilenstein-Ereignisse, die sie unbedingt miterleben möchte.

Ein näheres, kleineres Ziel wird bereits diesen Sommer erreicht, wenn sie mit ihrem Mann Werner und ihrer roten Ente – Baujahr 1990 – von Breckerfeld im Sauerland bis auf die Insel Rügen fährt. Zuvor stand sie uns aber freundlicherweise für das „Moment- aufnahme“-Shooting zur Verfügung. Neben dem Bild, das es in die „Momentaufnahme“ geschafft hat, möchten wir Ihnen auf dieser Seite auch die Making-Of-Aufnahmen unserer Fotosession mit Ingrid Albarus nicht vorenthalten.


Zwei Fragen an Ingrid Albarus:

1. Wie sind Sie die Herausforderung angegangen, wer oder was hat Ihnen dabei geholfen, nie den Lebensmut zu verlieren?

Am Anfang standen Wut und Zorn. Ich habe im Krankenhaus gegen die Wände geschlagen. Dann habe ich mir gesagt: Nicht mit mir. Das lasse ich nicht zu. Mein Buch ist noch nicht zu Ende geschrieben. Ich mache immer neue Seiten auf. Und das mache ich auch jetzt noch. Ich habe mit meinem Mann zusammen viel gelacht. Wir sind der neuen Situation und meinem neuen Aussehen mit viel Humor begegnet.
Das Leben ist anders geworden, aber ich muss sagen, das ich es jetzt fast noch schöner finde. Ich erlebe alles bewusster, schöner, intensiver und kann mich mehr für die Sachen begeistern. Wenn ich zum Beispiel wirklich viel Ärger um die Ohren habe, gehe ich nach draußen und gucke mir einen Sonnenuntergang an. Daran kann ich mich erfreuen und es genießen – das konnte ich vorher nicht.
Ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er meine Veränderung mitgetragen hat – er ist den Weg mit mir gegangen und zusammen machen wir viele Dinge, die wir gemeinsam genießen können, wir kochen zum Beispiel gerne und trinken einen guten Wein zusammen.

2. Was würden Sie den SANITÄTSHAUS AKTUELL-Leserinnen und -Lesern mit auf den Weg geben, die von ähnlichen Schicksalsschlägen betroffen sind?

Hör auf Deinen Bauch und lass Dich nicht von anderen runterziehen. Bedauere Dich nicht, kämpfe um Dich. Man soll sich selbst nicht so wichtig nehmen. Es hat auch bei mir länger gedauert, bis ich an dem Punkt war, an dem ich jetzt stehe. Das Leben verändert sich, aber die Veränderung kann auch viel Schönes mit sich bringen.