Ausgabe 02 / 2017, Die Aktuelle, Ernährung, Fitness, Ratgeber, Sonstiges
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Wissenswertes über unser unentbehrliches Trinkwasser

Lebenselixier Trinkwasser

Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin hat vier interessante Stimmen zum Thema Trinkwasser zusammengetragen: Exklusiv von Henning Scherf (von 1995 bis 2005 Bürgermeister der Hansestadt Bremen) sowie von Dr. Reinhold Hemker (2. Vorsitzender des Wasser für Menschen e.V.), Johann Knipper (Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Tecklenburger Land) und der Stiftung Warentest.

Interviews: Christian Sujata

Henning Scherf sagt Ja zu heißem Wasser

© Senatspressestelle Bremen, Anja Raschdorf

© Senatspressestelle Bremen, Anja Raschdorf

„Vor 20 Jahren habe ich bei der Vorbereitung meiner ersten Chinareise den Bremer Unternehmer Henning Melchers gefragt, wie ich mich in China einführen könnte. Er, der dort geboren ist und über 40 Jahre gelebt hat sowie fließend chinesisch spricht, hat mir geraten, den 5.000 Jahre alten chinesischen Brauch aufzugreifen, bei jeder Gelegenheit heißes Wasser zu trinken. Das habe ich getan und dabei fröhliche Zustimmung bei meinen Gastgebern ausgelöst. Diese Erfahrung hat mir so gut getan, dass ich seitdem nur noch heißes Wasser trinke. Damit habe ich viele überrascht. Gerade im Politikbetrieb war das zunächst für viele unverständlich. Da meine Kondition ungleich besser war als diejenige der Kaffee- oder Alkoholtrinker, haben sich Schritt für Schritt Neugierde, Mitmachlust und Verständnis breitgemacht. Heute ist es nicht mehr erklärungswürdig, bei Sitzungen oder Essensgelegenheiten diesen „Heißes-Wasser-Wunsch“ zu äußern. Es hilft im Alltag und bewahrt vor Unsinn.“

Henning Scherf gehörte von 1978 bis 2005 dem Senat der Freien Hansestadt Bremen an und amtierte ab 1995 als Bürgermeister sowie Präsident des Senats. Seit seinem Abschied aus der Politik engagiert er sich in zahlreichen Ehrenämtern und ist als Autor tätig.


„Ein gesundes Leben fängt beim richtigen Trinkverhalten an“

Interview mit Johann Knipper, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land, der gemeinsam mit dem Wasser für Menschen e.V. das erfolgreiche
Trinkwasser-Projekt TRINX im Kreis Steinfurt durchführt.

© 12QUADRAT GmbH

© 12QUADRAT GmbH

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Herr Knipper, warum ist ein Trinkwasser-Projekt wie TRINX wichtig?

Knipper: Ein gesundes Leben fängt beim richtigen Trinkverhalten an und ist wichtig für die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden. Mit dem Projekt TRINX und dem Sponsoring von TRINX-Frischequellen, also leitungsgebundenen Trinkwasserspendern, sorgen wir dafür, dass im Tecklenburger Land immer mehr Kinder und Erwachsene dauerhaft mit frischem Trinkwasser versorgt werden. Bereits über 27.000 Menschen in rund 70 Kitas, Schulen, Unternehmen, Organisationen und Behörden trinken dadurch nun täglich frisches Wasser aus TRINX-Frischequellen.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Was ist das besondere an Ihrem Wasser?

Knipper: Das Trinkwasser aus dem Tecklenburger Land zeichnet sich durch eine besonders hohe Qualität aus, da dies fast ausschließlich aus Grundwasser gewonnen wird. Am südwestlichen Fuß des Teutoburger Waldes verläuft ein mit Sand und Kies gefülltes eiszeitliches Gletschertal, das wegen seines großen Porenvolumens ein hervorragendes Grundwasservorkommen mit natürlicher Filterwirkung darstellt.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: TRINX hat scheinbar bereits über die Grenzen Ihres Versorgungsgebiets hinaus für Furore gesorgt.

Knipper: Das kann man wohl sagen. TRINX wird mittlerweile unter anderem von der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) als Kooperationsprojekt empfohlen sowie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ideell begleitet.

Mehr Informationen über den WTL erhalten Sie auf der Seite www.wtl-wasser.de. Alles rund um das Trinkwasser-Projekt TRINX erfahren Sie auf www.trinx.info.


 

„Der Tag beginnt bei mir mit einem Glas Leitungswasser“

Interview mit Dr. Reinhold Hemker. Hemker ist studierter Theologe und Lehrer sowie leidenschaftlicher Politiker. Von 1994 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Heute kümmert er sich als Vorsitzender des VdK im Kreis Steinfurt um das Vorantreiben der Barrierefreiheit und als 2. Vorsitzender des gemeinnützigen Wasser für Menschen e.V. darum, Trinkwasser deutschlandweit zu einem wichtigen Thema zu machen.

© 12QUADRAT GmbH

© 12QUADRAT GmbH

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Herr Dr. Hemker, gemeinsam mit dem WTL haben Sie als Wasser für Menschen e.V. das Projekt TRINX in den vergangenen Jahren besonders in Schulen vorangebracht. Warum?

Hemker: Durch die seit Jahren aufgestellten TRINX-Frischequellen wurden die Themen Wasser und Gesundheit in den Einrichtungen stärker verankert. Insbesondere bei der pädagogischen Arbeit in Schulen wurde dadurch ein wichtiger Beitrag geleistet, den Schwerpunkt Gesundheitserziehung faktisch und praktisch mit Inhalt zu füllen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass dadurch teils ungesunde Getränke aus den Schulen entfernt wurden.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Warum sollten Ihrer Meinung nach andere Wasserversorger nachziehen?

Hemker: Der WTL ist ein herausragendes Vorbild für die Umsetzung von Projekten für eine Versorgung mit frischem Trinkwasser an Schulen, in Kitas und an Arbeitsplätzen. Aber auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen. Viele von uns Alten (Reinhold Hemker ist 72, Anm. d. Red.) trinken ständig zu wenig. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig dies gerade bei der Reha oder auch als Präventionsmittel sein kann. Sie sehen, es gibt mehrere Gründe, warum das Thema Trinkwasser das ganze Land interessieren sollte.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Machen Sie sich auch über Ihre eigenen Trinkgewohnheiten Gedanken?

Hemker: Allerdings, denn ein ausgewogenes Trinkverhalten bildet die unbedingte Basis für eine gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit dem Wohlergehen des eigenen Körpers. Nichts trinke ich deshalb so regelmäßig wie Wasser. Der Tag beginnt bei mir mit einem Glas Leitungswasser. Ich achte stets darauf, ausreichend zu trinken. Auch dann, wenn ich keinen Durst verspüre. Als alter Leistungssportler (Reinhold Hemker ist mehrfacher Ironman Finisher und hat sich jüngst auch für das Ironman Finale 2017 auf Hawaii qualifiziert, Anm. d. Red.) hat das Wassertrinken für mich logischerweise noch eine größere Bedeutung. Insbesondere in Trainings- und Wettkampfzeiten trinke ich sehr viel Wasser.

SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin: Mit dem Wasser für Menschen e.V. haben Sie in der Vergangenheit auch Trinkwasser-Projekte in afrikanischen Ländern angekurbelt.

Hemker: Als Mitglied verschiedener Nichtregierungsorganisationen und 2. Vorsitzender des Wasser für Menschen e.V. konnte ich mir bei meinen vielen Reisen durch den afrikanischen Kontinent ein Bild davon machen, wie existenziell wichtig dort das Thema Wasser ist. Wir haben unter anderem in Namibia und Simbabwe Trinkwasserprojekte ins Leben gerufen und dabei mitgeholfen, dass die Bewässerung im Gartenbau und bei Agrarprojekten besser funktionieren kann. Dazu gehören beispielsweise die Installation und der Einsatz einer Tropfbewässerung, also Leitungen, die an den Pflanzen angebracht wurden. Außerdem die Anschaffung von Pumpen, möglichst mit Solarantrieb, und die Anlegung von Brunnen.

Mehr Informationen über den Wasser für Menschen e.V. erhalten Sie auf der Seite www.wasser-fuer-menschen.org. Wissenswertes über Dr. Reinhold Hemker erfahren Sie unter www.reinhold-hemker.de.


 

Leitungswasser: Das am strengsten kontrollierte Lebensmittel Deutschlands

© Stiftung Warentest

© Stiftung Warentest

Die renommierte Stiftung Warentest berichtete im vergangenen Jahr darüber, dass Leitungswasser nicht nur günstiger, sondern meist auch besser als stilles Mineralwasser ist. Wasserversorger müssen ihr Wasser regelmäßig untersuchen – in Hinblick auf Keime sogar mehrmals täglich. Leitungswasser ist somit das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Außerdem: Sein Preis schlägt klar den von Mineralwasser, das lästige Schleppen von Kisten entfällt und auch die Umwelt profitiert, denn Leitungswasser muss nicht abgefüllt, verpackt oder transportiert werden.

Den kompletten Bericht der Stiftung Warentest finden Sie hier.