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gelesen: Heinrich Böll - Katharina Blum, Ansichten eines Clowns, Irisches Tagebuch, Wanderer und Billard

Fünf Meisterwerke von Heinrich Böll bei dtv neu aufgelegt

Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin, die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung. Die Situation eskaliert, als der Journalist Werner Tötges in ihre Wohnung kommt …

> Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ (Taschenbuch, 160 Seiten l 10,00 €)

Für Heinrich Böll war es eine Frage der Moral, Krieg und Nachkriegszeit so zu beschreiben, wie sie wirklich waren. Doch er verliert sich nicht in vordergründigem Realismus. Sein Blick dringt in die Tiefe und erfaßt in wenigen, scheinbar nebensächlichen Details den Hintergrund jener Jahre, die auch heute noch mehr verdrängt als bewältigt sind. Er schrieb im Namen einer verführten und geschundenen Generation, im Namen der Humanität. So fand das Schicksal jener Jugend, die von der Schulbank in das Grauen des Krieges gestoßen wurde, in der unbestechlichen, prägnanten Darstellung der Titelgeschichte seinen gültigen Ausdruck. Mit diesen 25 Erzählungen ist Heinrich Böll zum Sprecher all derer geworden, die den Stumpfsinn der Uniform und das Elend und die Folgen des Krieges am eigenen Leib gespürt haben.

> Heinrich Bölls „Wanderer, kommst du nach Spa…“ (Taschenbuch, 224 Seiten l 10,00 €)

Eine Reise nach Irland: Heinrich Böll dankte mit diesen Aufzeichnungen einer Landschaft und ihren Menschen, denen er sich seit seinem ersten Besuch verbunden fühlte.

> Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch. Eine Reise nach Irland“ (Taschenbuch, 144 Seiten l 10,00 €)

»Ich bin ein Clown, im Augenblick besser als mein Ruf.« Hans Schnier, einst ein gefragter Pantomime und Spaßmacher, sitzt, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, zum Bettler degradiert auf den Stufen des Bonner Bahnhofs.

> Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“ (Taschenbuch, 304 Seiten l 10,00 €)

Drei Generationen einer rheinischen Architektenfamilie werden sich an diesem 6. September 1958 versammeln, um den achtzigsten Geburtstag ihres Oberhauptes zu feiern. Heinrich Fähmel hatte 1907 den Auftrag erhalten, die Abtei St. Anton zu erbauen. Sein Sohn Robert – er spielt täglich von halb zehn bis elf im Hotel Prinz Heinrich Billard – hat als Sprengmeister der Wehrmacht diese Abtei in den letzten Kriegstagen zerstört. Der Enkel Joseph wird am Wiederaufbau beteiligt. In den Gesprächen Roberts mit dem Hotelboy, in Rückblenden und Erinnerungen seines Vaters verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart, werden die Situationen der einzelnen Zeitabschnitte deutlich.

> Heinrich Bölls „Billard um halb zehn“ (Taschenbuch, 336 Seiten l 10,00 €)

Alle fünf Böll-Meisterwerke haben bis heute nichts an Kraft, Empathie und grandiosem Sprachgefühl eingebüßt. In wunderschönen Pappausgaben, die wie aus einer vergangenen Zeit anmuten, sind die Bände nun bei dtv erhältlich.