Ausgabe 03 / 2017, Die Aktuelle, Orthopädietechnik, Ratgeber, Rehabilitationstechnik, Sanitätshausbedarf
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Was man tun kann, wenn es im Rücken zwickt und zwackt

Gesunder Rücken

Rückenschmerzen haben viele Gesichter, ob stechend oder dumpf, akut oder chronisch, den Nacken oder das Kreuz betreffend – wer bereits selbst einmal unter Rückenschmerzen gelitten hat, weiß, wie schmerzhaft sie sein können. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin wirft einen Blick auf das Volksleiden Nummer eins.

Text: Christian Sujata

Fast zwei Drittel aller Frauen und über die Hälfte aller Männer in Deutschland leiden unter Rückenschmerzen. Besonders alarmierend: Auch unter den 18- bis 25-jährigen berichtet fast die Hälfte über Probleme am Rücken. Zudem leiden etwa 25 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer in Deutschland unter chronischen Beschwerden. Als Hauptursachen für Rückenschmerzen gelten Bewegungsmangel, Stress und Fehlbelastungen. Und: Rückenschmerz zieht sich durch die gesamte Bevölkerung, ob Schulkind, Büroarbeiter oder „Best-Ager“ – Jeder kann betroffen sein.

Andrea Rädlein, Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e. V. (©Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e. V.)

Andrea Rädlein, Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e. V. (© Deutscher Verband für Physiotherapie e. V.)

Mit der Hilfe von Physiotherapeuten können Rückenschmerzen vorgebeugt, gelindert oder im besten Falle sogar geheilt werden. Sie helfen Menschen, ihre Gesundheit zu fördern oder wiederherzustellen und arbeiten mit den Betroffenen an Ursachen, die für das Auftreten von Rückenschmerzen verantwortlich sein können. „Bewegung stärkt den Rücken und beugt Schmerzen vor. Wir können Betroffenen und Gesundheitsinteressierten individuelle Tipps an die Hand geben, was sie in ihrem Alltag tun können, um Beschwerden zu lindern oder gar nicht erst entstehen zu lassen“, erklärt Andrea Rädlein, Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e. V.

Ergonomie in Beruf und Freizeit

Stundenlanges Sitzen in der gleichen Körperhaltung oder langes Starren auf einen Bildschirm beanspruchen das Kreuz. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz, besonders bei Bürotätigkeiten, kann helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen. Um eine geringere Belastung des Rückens zu erreichen, reicht oft schon eine richtige Einstellung der Büromöbel. Wer seinen Arbeitsplatz rückengerecht einrichtet und zwischendurch kleine Übungen zur Auflockerung  macht, der kann arbeitsplatzbedingten Beschwerden vorbeugen. Zudem ist eine regelmäßige körperlich-sportliche Aktivität in der Freizeit wichtig, denn Bewegung ist das A und O für einen gesunden und starken Rücken.

Hilfe für Patienten mit Rückenschmerzen

Hat sich der Schmerz rund um die Wirbelsäule erst einmal festgesetzt, ist es wichtig einen Experten aufzusuchen. Von großer Bedeutung ist es, trotz der Schmerzen aktiv zu bleiben. Viele Betroffene haben Angst davor, sich zu bewegen: Und genau das ist der falsche Weg, denn eine ungesunde Schonhaltung kann die Schmerzen verstärken, da sie die Rückenmuskulatur schwächt, was schließlich zu noch mehr Schmerzen führt. Bei starken Muskelverspannungen kann ein Physiotherapeut dabei helfen, den Rücken zu entlasten.

Auch mithilfe einer „Rückenschule“ können Rückenschmerzen vorgebeugt werden. Die Betroffenen trainieren Bewegungsabläufe, die auch im Alltags- und Berufsleben häufig ausgeführt werden müssen wie zum Beispiel das rückenschonende Heben schwerer Gegenstände. Dies führt zu einer anhaltenden Korrektur von bestehenden Haltungs- und Bewegungsstörungen.

Zusammenfassend gilt: Bleiben, beziehungsweise werden Sie aktiv, stärken Sie ihren Rücken, um chronischen Rückenschmerzen vorzubeugen.

Rückenfreundlich schlafen

Die ideale Matratze ist weder zu weich noch zu hart. Denn entgegen der weit verbreiteten Annahme sind harte Matratzen nicht gut für den Rücken: Er verspannt sich und die Beschwerden werden schlimmer.

Lassen Sie sich beim Kauf einer Matratze immer gut beraten. Einige Geschäfte bieten die Möglichkeit an, die Matratze zu Hause zu testen. Ebenfalls wichtig: Ein federnder Lattenrost. Nach rund zehn Jahren sind Matratzen durchgelegen und müssen erneuert werden.

Unterscheidet sich das Gewicht der Partner stark, sollten Sie sich bei einem Doppelbett für zwei einzelne Matratzen und Lattenroste entscheiden.

Rückenschläfer sollten sich ein Kissen unter die Knie legen. Das verhindert ein Hohlkreuz und entlastet die Lendenwirbelsäule. Auf dem Bauch schlafen verstärkt das Hohlkreuz und ist für  den Rücken deshalb nicht gesund. Wer lieber auf der Seite schläft kann sich ein Kissen zwischen die Beine legen. So lässt sich ein Beckenschiefstand verhindern. Ein kleines Kissen unter der Taille stützt die Wirbelsäule zusätzlich.

Dicke, weiche Kissen lassen den Nacken nach oben hin abknicken. Für die Muskulatur ist diese Haltung alles andere als entspannend. Besser sind Nackenkissen: Sie unterstützen die gerade Haltung des Kopfes, egal ob auf dem Rücken oder auf der Seite liegend. Das führt zu einer entlastenden Linienführung der gesamten Wirbelsäule.