Ausgabe 02 / 2016, Die Aktuelle, Sanitätshausbedarf
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Menschen im Sanitätshaus Teil 2

Experten für Bandagen, Kompressionen, Wellness & Co.

Im Herzen der Stadt Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt sind im Sanitätshaus von Gerd Klinz die Fachverkäuferinnen Beate Reimer und Kathrin Freist im Einsatz. Sie informieren ihre Kunden nicht nur über Hilfsmittel und Produkte, sondern erklären auch deren Handhabung und Anwendung.

Text: Silke Bromm-Krieger

Als einen Sechser im Lotto bezeichnet Beate Reimer ihren Arbeitsplatz. Seit 17 Jahren ist sie als
Filialleiterin in einer der elf Sanitätshaus-Zweigstellen des Familienunternehmens Klinz beschäftigt. „Wir sind hier wie eine Familie. Das merken auch unsere Kunden. Sie fühlen sich bei uns immer geborgen und gut beraten“, berichtet sie. Ob bei der Bearbeitung von Hilfsmittelverordnungen, bei der Anpassung von Kompressionsstrümpfen und Bandagen oder der Produktberatung, Beate Reimer und ihr Mitarbeiterteam versuchen mit Fachwissen, Freundlichkeit und gutem Service zu punkten.

Wertvolle Hinweise für die Kunden

Beate Reiner vom Sanitätshaus Klinz (© Sanitätshaus Gerd Klinz)

Beate Reiner (© Sanitätshaus Gerd Klinz)

Stammkundin Marianne S. war auf einer Treppe mit dem Fuß umgeknickt und hatte starke Schmerzen am rechten Knöchel. Der behandelnde Arzt diagnostizierte eine Bänderzerrung am Sprunggelenk und verschrieb eine stützende Bandage. Mit dem Rezept steuerte die 70-jährige gleich das Sanitätshaus an. Hier kümmerte sich Beate Reimer um die Seniorin. „In einer separaten Kabine half ich ihr beim Ausziehen von Schuhen und Strümpfen. Dann führte ich Messungen am Bein und Knöchel durch. Anschließend versorgte ich sie mit einer passgenauen Bandage aus unserem Sortiment. Das klappte prima“, freut sie sich. Natürlich half die Sanitätshausfachverkäuferin der Kundin nach Anlegen der Bandage auch wieder beim Anziehen. Außerdem gab sie ihr wertvolle Hinweise, was sie beim Tragen der Bandage beachten muss. „So sollte man sie höchstens sechs Stunden täglich tragen, um einem Muskelschwund vorzubeugen“, erklärt sie.

Beraten und helfen

Im engen Kontakt mit den Kunden zu sein sowie einfühlsam mit Patienten umzugehen, die unter chronischen Beschwerden und Schmerzen leiden, ist für die 54-jährige eine Selbstverständlichkeit. „Eigentlich sind wir für unsere Kunden Psychiater, Pastor und Freund zugleich. Wir spenden Trost, machen Mut und fühlen mit“, bringt sie es auf den Punkt. Bei der Hilfsmittelversorgung und im Verkauf möchte sie stets die beste Lösung für ihre Patienten und Kunden finden. „Das geht nicht in fünf Minuten. Deshalb nehme ich mir immer viel Zeit für die Beratung“, stellt sie heraus und ergänzt: „Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich anderen Menschen helfen kann“. Das sieht Kathrin Freist genauso. Sie arbeitet seit 1990 bei Gerd Klinz, der nach der Wende den ehemals volkseigenen Betrieb übernommen hat und ausbaute. Dass die 50-jährige gelernte Bandagistin ist, kommt der Kundschaft zugute. „Kleinere Reparaturen kann ich sofort selbst erledigen, beispielsweise, wenn ein ausgerissener Klettverschluss angenäht werden muss“. Nach verschiedenen Stationen im Betrieb unterstützt sie mit einer weiteren Kollegin seit 2003 Beate Reimer im Bernburger Sanitätshaus in der Lindenstraße. Auch sie gewährt einen Einblick in ihr breites Tätigkeitsfeld.

Maß nehmen und anpassen

Kathrin Feist (© Sanitätshaus Gerd Klinz)

Kathrin Feist (© Sanitätshaus Gerd Klinz)

„Ich bekam vom Entlassungsmanagement einer Klinik die Nachricht, dass demnächst ein Patient entlassen wird, der Kompressionsstrümpfe zur Thromboseprävention braucht“. Die Sanitätshausfachverkäuferin fuhr in die Klinik und nahm beim 55-jährigen Maß, um ihm Strümpfe mit der perfekten Passform zu bestellen. Auch einen kleinen Sonderwunsch erfüllte sie gern. „Der Herr wünschte sich statt hautfarbener Strümpfe, Exemplare in schwarz“. Sobald die Strümpfe geliefert waren, fuhr sie wieder in die Klinik und probierte sie beim Patienten an. Sie passten wie angegossen. Zum Schluss gab Kathrin Freist dem Kunden noch nützliche Pflege- und Anziehtipps mit auf den Weg.

Zuhören und informieren

Manches Mal fungieren sie und Beate Reimer als „Blitzableiter“. „Etlichen Patienten dauert die Bearbeitung ihrer Hilfsmittelverordnungen durch die Krankenkassen zu lang. Und andere sind verständlicherweise verärgert, wenn etwas nicht bewilligt wurde“, merken sie an und machen gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Kassen nur eine Grundversorgung sicherstellen. „Möchten Sie eine komfortablere oder individuellere Ausstattung mit Premiumprodukten, müssen Sie meist zuzahlen“, informieren sie.

Bleibt zu erwähnen, dass die Sanitätshausfachverkäuferinnen in ihrem Geschäft, das auch ein zertifiziertes Lymphkompetenzzentrum ist, ein umfangreiches Produktsortiment bereithalten. Was nicht vorrätig ist, wird umgehend bestellt. „Denn wir möchten, dass unsere Kunden zufrieden sind“, betonen beide.