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gesehen: Von Caligari zu Hitler

Einführung in die vielfältige Geschichte des Weimarer Kinos

Die Dokumentation aus dem Jahr 2014 von Rüdiger Suchsland hat ihren Titel von Siegfried Kracauers epochalem, gleichnamigem Standardwerk übernommen. Der Film erzählt die wichtigste Epoche des deutschen Kinos „im Zeitalter der Massen“ zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit und ergänzt dies mit Ausblicken auf das politische und gesellschaftliche Geschehen der aufregenden 1920er-Jahre. Sie waren nicht nur die bis heute wichtigste Zeit des deutschen Kinos, sondern eine der größten und wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt, in der die ästhetischen Grundlagen der „siebten Kunst“ erfunden wurden.

„Von Caligari zu Hitler“ (DVD bei Indigo erschienen) enthält zwischen „Nosferatu“, „Metropolis“, „M – eine Stadt sucht einen Mörder“, „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ und „Der blaue Engel“ bei 113 Minuten Laufzeit neben Bekanntem viel Unbekanntes, nie Gezeigtes, völlig Vergessenes und bietet eine unterhaltsame Achterbahnfahrt in die beste Zeit des deutschen Kinos und in die Abgründe des Unbewussten der Weimarer Republik. Zu Wort kommen dabei die Autorenfilmer Volker Schlöndorff („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Der junge Törless„) und Fatih Akin („Gegen die Wand„, „Soul Kitchen„) genauso wie die Filmhistoriker Thomas Elsaesser („Der Neue Deutsche Film„, „Das Weimarer Kino – aufgeklärt und doppelbödig„) und Ulrich Gregor („Geschichte des Films„, „Geschichte des Films ab 1960„. Die Dokumentation lässt erahnen, warum Deutschland zwischen 1918 und 1932 als das künstlerisch und kommerziell wichtigste Filmland der Welt galt.