Ausgabe 01 / 2015, Fitness, Herz & Seele
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Genussvolles Radfahren mit Elektroantrieb in jedem Alter

Elektrofahrräder – Moderne Mobilität

Genussvolles Radfahren in jedem Alter

E-Bikes liegen im Trend, sie überzeugen immer mehr Menschen mit einer Kombination aus Komfort und Sportlichkeit. Die Zielgruppe der flotten Zweiräder beginnt bei 30 Jahren und hört bei den „Golden Agers“ längst nicht auf. Die elektrisch angetriebenen Räder sorgen für Spaß und Genuss, sie schonen die Umwelt, sparen Zeit und halten darüber hinaus fit und gesund.

Text: Lene Groeling

Längst haben die Räder mit Elektroantrieb ihr anfängliches Image verloren, die Vorstufe
zum Rollator zu sein. Die Zielgruppe der flotten Zweiräder beginnt bei 30 Jahren und hört bei den „Golden Agers“ längst nicht auf. Für jeden bietet das Elektrofahrrad Vorteile: Die junge Mutter kommt mit dem Kinderanhänger pünktlich in die Tagesstätte, der Bankkaufmann
fährt ohne Schwitzen ins Büro, das Ehepaar radelt im Urlaub die ganze Südküste Siziliens
ab, die Rentnerin freut sich, dass sie den Weg vom Supermarkt nach Hause ohne fremde
Hilfe schafft und Opa steigt nun immer öfters auf den Sattel statt ins Auto.

E-Bike ist nicht gleich E-Bike

Elektrofahrräder begeistern mit einer Kombination aus Komfort und Sportlichkeit. Beim Pedelec, das Wort steht für Pedal Electric Cycle, schieben die Motoren bis zu 25 km/h mit, sobald der Fahrer in die Pedale tritt. Bei den meisten Pedelecs kann diese Unterstützung in mehreren Stufen zugeschaltet werden. Ohne Motorschub fährt sich das Pedelec wie ein ganz „normales“ Fahrrad und trainiert wie dieses die Muskeln. Das Fahren von Rädern mit elektrischer Tretunterstützung ist auf Radwegen erlaubt, das Tragen eines Helms wird
empfohlen.

©iStockphoto.com/microgen

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Antrieb aus dem Akku

Elektrofahrräder, kurz E-Bikes, sind Fahrräder, die auch ohne eigene Tretkraft Antrieb aus dem Akku liefern. Ihr Motor beschleunigt bis auf 45 km/h, E-Bikes gelten deshalb als Leichtkrafträder. Der Halter braucht einen Führerschein, Versicherungskennzeichen, Helm und darf nur auf der Straße fahren. Nach wie vor sind E-Bikes die Exoten unter den Elektrofahrrädern, in Fahrradgeschäften werden mehrheitlich Pedelecs angeboten. Allerdings ist der Name E-Bike inzwischen als Oberbegriff für beide Varianten üblich.

Die Qual der Wahl

Wer sich für den Einstieg ins Pedelec-Vergnügen entscheidet, sollte vorerst für sich klären, wofür das Fahrrad genutzt werden soll. Das Cityrad ist ideal für kurze und mittlere Strecken. Dank niedrigem Rahmen erlaubt es ein leichtes Auf- und Absteigen, bei der aufrechten Sitzposition bleibt der Verkehr im Blick. Innerhalb von Städten ist es oft das schnellste und bequemste Fortbewegungsmittel – eine attraktive Alternative zum Auto. „Der pragmatische
Bürger wechselt die Verkehrsmittel nach Lust, Laune und Sinnhaftigkeit“, meint der Fachbuchautor („Das E-Bike“) Gunnar Fehlau.

Unabhängigkeit und Freiheitsgefühl

Wer einen Allrounder für Stadt und Land möchte, wählt am besten das Tourenrad, es verbindet sportliches Fahren mit einem starken Antrieb auch für längere Strecken. Damit
sind Ausflüge an den Baggersee inklusive Picknickausrüstung möglich. Neue Ziele rücken in Reichweite, etwa der Besuch einer Freundin im Nachbardorf. E-Radler genießen die
Erweiterung ihres Radius, die neue Unabhängigkeit und das Freiheitsgefühl.

Neue Mobilität für alle

Dass Radeln die Gesundheit fördert, ist hinreichend bekannt. Die positiven Effekte reichen von der Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems über die Stärkung der Lungen bis zur
Gewichtsabnahme. Manchmal aber machen Sportverletzungen oder dauerhafte Handicaps des Bewegungsapparats das Fahrradfahren zur Qual. Auch dafür bieten E-Bikes eine gute
Lösung. Wie viel Strampeln man sich selbst zutraut und wie viel der Akku leisten soll, entscheidet jeder für sich selbst. Deshalb ist das Hybridfahrzeug, das unsere Sehgewohnheit
von „So hat ein Fahrrad auszusehen“ umgewälzt hat, geradezu ideal für Menschen mit muskulären Defiziten. Auch haben sie wegen ihres Fahrzeugs keine gesellschaftliche Stigmatisierung zu befürchten, denn „jeder kann mit allem zu jeder Gelegenheit herumfahren“, erklärt Gunnar Fehlau. Und wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? Nach Meinung des Buchautors ist „das Fahrrad bei vielen gesellschaftlichen Herausforderungen
Teil der Lösung und längst nicht mehr Teil des Problems. Das gilt auch auf der individuellen Ebene und zwar völlig unabhängig davon, ob die eigenen Bewegungsmöglichkeiten
Eingeschränkt sind oder nicht!“

Stichwort Fitness
E-Bike-Besitzer fahren in der Regel dreimal mehr Rad als sonstige Fahrradbesitzer. Der Motor nimmt dem Fahrer zwar viel Arbeit ab, aber durch die regelmäßige Verwendung des Elektrofahrrads ist er deutlich mehr in Bewegung. Muskeln bauen sich auf, überflüssige Pfunde verschwinden, die Lebensfreude steigt.

Elektromobilität in Deutschland
Aktuell sind 10.000 E-Autos auf den Straßen, aber 1,5 Millionen E-Bikes. Gemeinden und Verkehrsplaner sind gefordert, über Radschnellwege oder Akkuladestationen nachzudenken – in Ländern wie Holland oder Dänemark sind sie längst Realität. In der Universitätsstadt Göttingen gibt es derzeit ein Pilotprojekt zur E-Mobilität.

Kostenfaktor
Der Einsteigerpreis für Pedelecs liegt um 1500 Euro. Die Ladekosten für eine Batteriefüllung betragen etwa zehn Cent. Ein großer Kostenfaktor ist der Akku: Er verträgt je nach Typ 500 bis1000 Ladezyklen und muss dann ersetzt werden. Kostenpunkt: 300 bis 700 Euro.

Erstmals erschienen in der SANITÄTSHAUS AKTUELL Ausgabe 1/2015.

 

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