Ausgabe 02 / 2016, Die Aktuelle, Ratgeber, Sanitätshausbedarf, Versorgung / Pflege
Schreibe einen Kommentar

Interview mit Gotthilf Fischer über Inkontinenz

„Durch normalen Umgang verliert Inkontinenz ihren Schrecken“

Der Chorleiter der Nation hat zusammen mit anderen Prominenten eine Aufklärungsaktion der Deutschen Gesellschaft für Urologie unterstützt. Mit dem SANTITÄTSHAUS AKTUELL Magazin sprach Gotthilf Fischer über seinen Umgang mit dem Thema.

SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN: Weshalb haben Sie sich für die Aktion gegen die Tabuisierung von Inkontinenz engagiert?

Fischer: Weil ich höflich auf Anfragen antworte und gerade dieses Thema schien mir für viele Menschen wichtig zu sein.

SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN: Warum sollte es Ihrer Meinung nach kein Tabuthema sein?

Fischer: Ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die es betrifft durch Offenheit auch wertvolle Tipps von anderen Betroffenen bekommen können. Es ist doch wie bei jedem brisanten Thema: Durch normalen Umgang mit einem Handicap verliert es seinen Schrecken und man fühlt sich nicht alleine.

SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN: Haben Sie entsprechende Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis?

Fischer: Nein, bisher gab es keinen Grund, sich darüber zu unterhalten. Vermutlich ist es den Betroffenen auch unangenehm, darüber zu reden.

SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN: Der Showbranche wird eine gewisse Oberflächlichkeit nachgesagt. Lässt sich so ein eher schweres Thema mit der Glitzerwelt vereinbaren?

Fischer: So oberflächlich wie Sie meinen ist unser Metier gar nicht. Wir sind alle nur Menschen – mit Ecken, Kanten und Wehwehchen.

SANITÄTSHAUS AKTUELL MAGAZIN: Die Metapher „sich vor Angst in die Hose machen“ kommt ja nicht von ungefähr. Hatten Sie schon mal vor etwas richtige Angst?

Fischer: In meiner Kindheit waren Autos noch etwas Besonderes. Ich hatte als etwa Siebenjähriger einmal die Angst, die andere Straßenseite nicht rechtzeitig zu erreichen, ehe Autos heranbrausten. Sie waren mir einfach unheimlich. Damals dachte ich, mein Ende sei nah.

SANITÄTSHAUS AKTUELL: Herzlichen Dank für das Gespräch.