Ausgabe 02 / 2016, Die Aktuelle, Ernährung
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Mit farbenfroher Ernährung in Wohlbefinden und Gesundheit investieren

Bunt ist gesund

Obst und Gemüse sind gesund, das weiß schon nahezu jedes Kind. Mit steigenden Lebensjahren gewinnt eine ausgewogene und vielfältig bunte Ernährung zunehmend an Bedeutung für Wohlbefinden und Gesundheit. Das SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin hat für Sie Experten befragt, damit Ihrer gesunden Ernährung nichts mehr im Wege steht.

Text: Nicole C. Becker

Buntes Obst und Gemüse ist in jeder Lebensphase unverzichtbar

N eben Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen nehmen wir mit Obst und Gemüse bis zu 100.000 bisher bekannte verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe auf. Diese gehören zu den Naturstoffen und haben einen hohen Stellenwert für den Menschen. Sie beeinflussen positiv und
effektiv die Vorgänge des Stoffwechsels. Mit einer bunten Auswahl von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten auf dem Teller sind Sie auf der sicheren Seite, beim Essen auch eine ausgewogene Mischung der für Ihr Wohlbefinden wer tvollen Stoffe zu sich zu nehmen.

Um möglichst viel von dem großem Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen aufzunehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen, Kartoffeln und verschiedene Vollkornprodukte in die Mahlzeiten zu integrieren. Von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Sekundärmetaboliten (Chemische Stoffe, die von Pflanzen, Bakterien und Pilzen produziert werden, für deren Wachstum und Überleben aber nicht notwendig zu sein scheinen, Anm. d. Red.) rät die DGE hingegen ab.

„Über pflanzliche Lebensmittel nehmen wir mehrere Tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe auf. Zudem ist für die gesundheitsfördernde Wirkung möglicherweise die Zufuhr von verschiedenen Pflanzenstoffen
im Verbund eines Lebensmittels notwendig. Dies kann ein einzelnes Präparat nicht leisten.“

Dipl. oec. troph. Isabelle C. Keller, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

© Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

© Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Je bunter das Gemüse auf dem Teller, desto besser

Die natürliche Farbe von pflanzlichen Lebensmitteln verrät uns bereits vieles über die Inhaltsstoffe, die wichtig für die Gesundheit sind. In roten, gelben oder orangefarbenen Obst und Gemüsesorten, wie zum Beispiel Karotten oder Aprikosen, stecken wertvolle Karotinoide. Diese können vom Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Das ist vor allem für Vegetarier wichtig zu wissen, denn überwiegend sind tierische Lebensmittel der Hauptlieferant für Vitamin A. Wer auf Fleisch verzichtet, sollte daher viel gelbes und orangefarbenes Gemüse essen. Da Karotinoide fettlöslich sind, sollte man immer einen Schuss guten Öles dazu geben, da unser Körper sie sonst nicht verwerten kann. Allgemein bekannt ist, dass Vitamin A zudem gut für die Sehkraft ist.

Zu den Karotinoiden gehören auch die Lykopine. Sie geben zum Beispiel Tomaten oder roten Grapefruits ihre rote Farbe. Der regelmäßige Verzehr von Früchten mit hohem Lykopingehalt unterstützt den Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßveränderungen.

Grün stärkt das Gedächtnis

Grüne Gemüsesorten wie Spinat oder Brokkoli enthalten viel Folsäure. Diese ist wichtig für das
Denkvermögen und die Stimmung. Ein Mangel an Folsäure kann zu Gedächtnisbeeinträchtigung und Depressionen führen.

Anthozyane, eine Untergruppe der Flavonoide, geben dunkelroten, blauen und violetten Lebensmitteln ihre Farbe. Weintrauben, Rotkohl, Auberginen oder Kirschen enthalten viele Anthozyane. Flavonoide sind gut fürs Gehirn. Studien haben belegt, dass die
Gehirnfunktion bei älteren Menschen durch Flavonoide verbessert wird. Zudem senkt eine hohe Flavonoidaufnahme das Sterblichkeitsrisiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wer bunt isst bleibt auch im Alter gesünder, leistungsfähiger und fröhlicher! Treiben Sie es auf dem Teller bunt und genießen Sie die Lebensmittelvielfalt.

Linktipps

>>>www.bmel.de
Publikationen zu gesunder Ernährung und sicheren Lebensmitteln: Die Broschüren des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werden zum Herunterladen angeboten und können zum Teil kostenlos bestellt werden.

>>> www.dge.de
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) beschäftigt sich seit 1953
mit allen auf dem Gebiet der Ernährung auftretenden Fragen und stellt Forschungsbedarf
fest. Hier finden Sie neben Informationen, Tipps und Rezepten unter anderem auch
umfassende Details zum Projekt „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben“.