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gehört: Andreas Spechtl - Thinking about Tomorrow, and how to build it

Andreas Spechtl – Thinking about Tomorrow, and how to build it

Andreas Spechtls neues Album „THINKING ABOUT TOMORROW, AND HOW TO BUILD IT“ ist ein unglaubliches Werk. Es ist persönlich — der Auteur Andreas Spechtl erlaubt tiefe Einblicke in die Seele seines Ichs, das bekanntlich nach Arthur „Je est un autre“ Rimbaud das Ich eines Anderen ist. Es ist geschichtsbewusst — der Musiker Andreas Spechtl knüpft emotional zitierend an die kosmische Musik von Can und die Klangskulpturen von Conrad Schnitzler an. Es ist schließlich modern und hybrid — der Beobachter Andreas Spechtl schic htet Klänge und Samples zu einem Stein- oder Klangbruch, der sich über jede kontinuierliche Bassdrum legen lässt und jedes DJ-Set auf diese Weise in ein neues Raum-Zeit-Kontinuum zu katapultieren imstande ist. Denn wir hören: Traditionelle persische Perkussions- und Saiteninstrumente, deren Klänge von Andreas Spechtl gesampelt, neu zusammengesetzt und mit zeitgenössischen Beats, Filtern und Effekten bearbeitet wurden. Entstanden sind auf diese Weise räumlich ebenso komplexe wie faszinierend-verwirrende Klanggebäude, deren gleichmütiger Rhythmus gleichwohl vertraut erscheint und der Grund dafür ist, weshalb diese Musik so leicht an Narrationen aus der jüngeren elektronischen Musik anzuknüpfen weiß. Komponiert hat Andreas Spechtl „THINKING ABOUT TOMORROW, AN D HOW TO BUILD IT“ in der 12-Millionen-Metropole Teheran, Hauptstadt des Iran, und nach gemeiner westlicher Lesart wahlweise „das Zentrum des Bösen“, „das Herz der Finsternis“ oder „das Reich der Angst“. Als Andreas Spechtl im Winter 2016/17 dort zwei Monate verbrachte und insgesamt zehn Konzerte in seinem Teheraner Studio gab, wurde in seiner Wahlheimat Berlin ein Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verübt. Im Winter fällt das Thermometer in Teheran auf bis minus 10° Celsius. Auch schneit es. Durch den dichten Verkehr bewegt man sich mit dem Taxi. Von Privatwohnung zu Privatwohnung, denn in Teheran wird der private Raum zum öffentlichen Raum, während der öffentliche Raum schnellstmöglich überwunden wird: „Hidden Homes“.

Die SANITÄTSHAUS AKTUELL Magazin-Kulturredaktion urteilt: Ja, Panik, die spannendste Musikgruppe im deutschsprachigen Raum existiert (vermutlich) nicht mehr. Mit „Thinking about Tomorrow, and how to build it“ liefert der ehemalige Kopf der Band, Andreas Spechtl, nun das waghalsigste, mutigste, zunächst verstörende, dann vereinnehmende und süchtig machende Meisterwerk vor, das der deutschsprachigen Musikszene bisher gefehlt hat, ohne dass diese dies wusste. Absolut Hörenswert! Das wunderbare Album erscheint am 10. November bei Bureau B (Indigo).